| Theo Dingermann |
| 20.08.2026 11:20 Uhr |
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In einer Pressemitteilung berichten die Unternehmen Moderna und MSD, dass die Phase-III-Studie INTerpath-001 zu Intismeran Autogen in Kombination mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) die Endpunkte rezidivfreies Überleben (RFS) und Überleben ohne Fernmetastasen (DMFS) bei Patienten mit vollständig reseziertem Melanom (schwarzer Hautkrebs) im Stadium IIB–IV erreicht hat.
Die Unternehmen bezeichnen diese bislang nur als Zwischenergebnisse veröffentlichten Effekte als klinisch bedeutsam. Detaillierte Daten wurden allerdings noch nicht vorgelegt; sie sollen auf einem medizinischen Kongress präsentiert und anschließend den Zulassungsbehörden zur Verfügung gestellt werden.
Damit hat erstmals eine personalisierte Neoantigen-Therapie in einer großen randomisierten Phase-III-Studie einen Wirksamkeitsnachweis erbracht. Intismeran basiert auf der individuellen Mutationssignatur des Tumors. Nach der chirurgischen Entfernung wird Tumorgewebe genetisch sequenziert und nach Mutationen gesucht, aus denen tumorspezifische Neoantigene entstehen können. Auf dieser Grundlage wird für jeden Patienten eine individuelle mRNA-Zusammensetzung mit bis zu 34 Neoantigenstrukturen hergestellt, die das Immunsystem auf diese Zielstrukturen trainieren soll.
Keytruda blockiert parallel den Immuncheckpoint PD-1 und soll dadurch die gegen den Tumor gerichtete T-Zell-Antwort verstärken. Die Strategie verbindet damit zwei komplementäre Prinzipien der Immunonkologie: die individualisierte Präsentation tumorspezifischer Antigene und die Aufhebung immunologischer Bremsmechanismen.
In die Phase-III-Studie wurden 1137 Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko-Melanomen der Stadien IIB bis IV aufgenommen, deren Tumoren chirurgisch entfernt worden waren. Die Teilnehmenden erhielten über ungefähr ein Jahr entweder Keytruda in Kombination mit der personalisierten Therapie oder Keytruda als Kontrollbehandlung. Nach Angaben der Unternehmen erreichte Intismeran sowohl den primären Endpunkt der Verhinderung beziehungsweise Verzögerung eines Rezidivs als auch den sekundären Endpunkt des fernmetastasenfreien Überlebens. Neue Sicherheitssignale seien bislang nicht aufgetreten; aus früheren Untersuchungen waren vor allem Fatigue, Reaktionen an der Injektionsstelle und Schüttelfrost als häufige Nebenwirkungen bekannt.