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Monotherapie nicht ausreichend
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Rückschlag bei mRNA-Impfstoff gegen Darmkrebs

Während Moderna und MSD mit ihrem personalisierten mRNA-Impfstoffkandidaten Intismeran beim Melanom einen wichtigen klinischen Erfolg melden konnten, beendet Biontech nun eine Phase-II-Studie mit Autogene Cevumeran bei reseziertem kolorektalem Karzinom. Dies zeigt, wie stark der Erfolg von der Tumorbiologie und vom therapeutischen Kontext abhängt.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 31.08.2026  13:30 Uhr

Individualisierte mRNA-Krebsimpfstoffe sollen das Immunsystem gezielt auf jene Mutationen aufmerksam machen, die den Tumor eines einzelnen Patienten charakterisieren. Anders als bei prophylaktischen Impfstoffen entsteht für jeden Patienten ein auf seinen Tumor zugeschnittenes Arzneimittel.

Ausgangspunkt ist das individuelle Mutationsprofil des Tumors. Aus Gewebeproben werden tumorspezifische Veränderungen identifiziert und daraus Neoantigene ausgewählt, die dem Immunsystem mithilfe einer individuell hergestellten mRNA-Krebsimmuntherapie präsentiert werden sollen. Ziel ist insbesondere die Aktivierung tumorspezifischer T-Zellen, die verbliebene maligne Zellen erkennen und eliminieren.

So auch bei Biontechs und Genentechs gemeinsamem Impfstoffkandidaten Autogene Cevumeran (BNT122, RO7198457). Hier spricht die Firma nun von »Herausforderungen bei der Behandlung von Tumoren«. Die Unternehmen beenden nun laut einer Pressemitteilung die Studie BNT122-01 (NCT04486378) bei Darmkrebs.

Zugegebenermaßen war die Patientengruppe, die in dieser Studie eingeschlossen war, besonders anspruchsvoll. Es handelte sich um Patienten mit chirurgisch entferntem kolorektalem Karzinom im Hochrisikostadium II oder Stadium III, bei denen nach der Operation zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) nachweisbar war. Dieser molekulare Marker sollte diejenigen Patienten identifizieren, bei denen trotz makroskopisch vollständiger Tumorentfernung noch eine minimale Resterkrankung (MRD) und damit ein erhöhtes Rezidivrisiko vermutet werden musste.

Autogene Cevumeran wurde in dieser Situation als Monotherapie, also ohne zusätzliche Checkpoint-Inhibition, gegen den damaligen Standard einer kontrollierten Beobachtung geprüft.

Keine Sicherheitsbedenken, aber unzureichendes Wirksamkeitssignal

Genau diese Strategie konnte die Erwartungen offenbar nicht erfüllen. Bereits im Oktober 2025 hatte die Studie einen vorab definierten Schwellenwert erreicht, der eine Futility-Zwischenanalyse auslöste – ein strukturiertes Verfahren, bei dem physiologische Wirksamkeit oder generelle Erfolgsaussichten abgeschätzt werden. Damals hielt das unabhängige Data Safety Monitoring Board (DSMB) die Daten allerdings noch nicht für ausreichend ausgereift, um bereits zu dem Zeitpunkt die Reißleine zu ziehen. Insbesondere war die Nachbeobachtungszeit für eine belastbare Bewertung des primären Endpunkts zu kurz. Da zugleich keine Sicherheitsbedenken bestanden, wurde die Studie zunächst fortgesetzt.

Bei der jüngsten Datenprüfung änderte sich die Einschätzung. Das DSMB beobachtete ein numerisches Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben zwischen den Behandlungsgruppen und kam gleichzeitig zu dem Schluss, dass eine weitere Fortführung das Wirksamkeitssignal voraussichtlich nicht mehr verändern würde.

Daraufhin empfahl das DSMB, die Behandlung einzustellen und die Studie zu beenden. Wichtig für die Einordnung: Nach Angaben Biontechs wurden keine neuen Sicherheitssignale im Zusammenhang mit Autogene Cevumeran festgestellt. Damit basiert der Studienabbruch zunächst auf einem Wirksamkeitsproblem. Allerdings auf einem, das wissenschaftlich weit über diesen einzelnen Wirkstoffkandidaten hinausweist.

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