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Monotherapie nicht ausreichend
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Rückschlag bei mRNA-Impfstoff gegen Darmkrebs

Während Moderna und MSD mit ihrem personalisierten mRNA-Impfstoffkandidaten Intismeran beim Melanom einen wichtigen klinischen Erfolg melden konnten, beendet Biontech nun eine Phase-II-Studie mit Autogene Cevumeran bei reseziertem kolorektalem Karzinom. Dies zeigt, wie stark der Erfolg von der Tumorbiologie und vom therapeutischen Kontext abhängt.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 31.08.2026  13:30 Uhr

Kein Grund zur Aufgabe der Krebsimpfstoffentwicklung

Dass Biontech selbst diesen Weg weiterverfolgt, zeigt die parallel laufende Entwicklung von Autogene Cevumeran beim duktalen Adenokarzinom des Pankreas. Die Phase-II-Studie IMcode003 (NCT05968326), in der der Kandidat in der adjuvanten Situation in Kombination mit Checkpoint-Inhibition und Chemotherapie untersucht wird, ist von der Entscheidung beim kolorektalen Karzinom ausdrücklich nicht betroffen und wird fortgeführt.

Bemerkenswert ist auch die Rolle der ctDNA. Schon die ursprüngliche Konzeption der Darmkrebsstudie zielte darauf, Patienten mit einem molekular nachweisbar hohen Rezidivrisiko zu identifizieren. Frühere Berichte beschrieben dazu hochempfindliche Bluttests, mit denen nach Operation und Chemotherapie Hinweise auf verbliebene Tumorbestandteile erfasst werden sollten. Erst bei entsprechendem molekularem Risiko sollte die individualisierte Therapie zum Einsatz kommen. Damit verbindet das Konzept zwei Entwicklungen der Präzisionsonkologie: die molekulare Detektion minimaler Resterkrankung und eine auf den individuellen Tumor zugeschnittene Immuntherapie.

Der Abbruch der BNT122-01-Studie markiert daher weniger das Ende einer Technologie als eine wichtige Ernüchterung bei der Frage, wie diese Technologie eingesetzt werden muss. mRNA kann dem Immunsystem hochspezifische Tumorinformationen vermitteln. Ob daraus ein klinischer Nutzen entsteht, hängt jedoch von Tumorart, Krankheitsstadium, Immunmikromilieu, Patientenselektion und wahrscheinlich entscheidend von geeigneten Kombinationspartnern ab.

Aus den Daten lernen

Biontech will die Daten nun vollständig analysieren, insbesondere mit Blick auf die Auswahl geeigneter Patientenpopulationen und die weitere klinische Entwicklungsstrategie. Die Ergebnisse sollen anschließend wissenschaftlich veröffentlicht werden. Erst diese detaillierte Auswertung wird zeigen, was hinter dem beobachteten Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben steckt und welche immunologischen oder klinischen Faktoren zum Ausbleiben eines überzeugenden Wirksamkeitssignals beigetragen haben könnten.

Es besteht weiterhin die Hoffnung, dass personalisierte mRNA-Krebsimpfstoffe tatsächlich zu einer neuen therapeutischen Modalität der Onkologie werden könnten, allerdings nicht nach einem universellen Schema.

Der Erfolg beim Melanom und der Rückschlag beim kolorektalen Karzinom erzählen letztlich dieselbe Geschichte: Die Plattform funktioniert nicht unabhängig von der Tumorbiologie. Entscheidend wird sein, für welchen Tumor, für welchen Patienten, zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Kombinationspartner die individuell codierte Immunantwort den größten therapeutischen Hebel entfaltet.

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