| Sven Siebenand |
| 27.08.2026 10:00 Uhr |
Die STIKO empfiehlt die Schutzimpfung gegen Gürtelrose für alle Personen ab 60 Jahren. Zudem wird die Herpes-Zoster-Impfung bereits ab 18 Jahren für Personen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko durch eine Immunschwäche oder schwere Grunderkrankungen empfohlen. / © Imago Images/Christian Ohde
Dass eine Gürtelrose-Impfung auch kardiovaskuläre Ereignisse verhindern könnte, zeigte zum Beispiel eine im »European Heart Journal« publizierte Studie. Dabei handelte es sich allerdings um den Effekt der Lebendvakzine. Nun punktete im direkten Vergleich mit der Lebendvakzine der rekombinante Impfstoff: In den USA wurde ab Ende 2017 der attenuierte Lebendimpfstoff gegen Herpes zoster rasch durch den rekombinanten Impfstoff ersetzt. Das machten sich Forschende von der University of Oxford zunutze, wie sie in »Nature Medicine« berichten.
Die Wissenschaftler verglichen Menschen ab einem Alter von 60 Jahren, die zwischen April und September 2017 geimpft worden waren, mit Personen, die im entsprechenden Zeitraum 2018 ihre Impfung erhalten hatten. Beide Gruppen umfassten jeweils 36.460 Personen. 2017 hatten 98,6 Prozent den Lebendimpfstoff erhalten, 2018 waren 93,5 Prozent mit dem rekombinanten Impfstoff geimpft worden.
Über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren war die kardiovaskuläre Krankheitslast in der Gruppe mit überwiegend rekombinanter Impfung um 9 Prozent geringer. Der kombinierte Endpunkt umfasste ischämische Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz und ischämische Schlaganfälle. Bei ischämischen Herzerkrankungen betrug die Reduktion 10 Prozent, bei Herzinsuffizienz 12 Prozent. Für Vorhofflimmern zeigte sich eine um 7 Prozent geringere Krankheitslast. Ein Zusammenhang mit weniger ischämischen Schlaganfällen war dagegen nur bei Männern statistisch signifikant.
Der beobachtete Zusammenhang war vor allem in der ersten Hälfte des Nachbeobachtungszeitraums ausgeprägt und schwächte sich später ab. Als mögliche Erklärung diskutieren die Autoren neben der Verhinderung von Zoster-Erkrankungen auch immunologische Effekte des rekombinanten Impfstoffs. Ob der Impfstoff tatsächlich direkt kardioprotektiv wirkt, müssen randomisierte klinische Studien zeigen.