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Byfavo
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Benzodiazepin verschwindet vom deutschen Markt

Nur acht Monate nach dem Deutschlandstart ist schon wieder Schluss: Paion nimmt das ultrakurz wirksame Benzodiazepin Remimazolam (Byfavo®) zum 1. September 2026 vom deutschen Markt. Grund sind die Erstattungsbetragsverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband – nicht Qualitäts- oder Sicherheitsprobleme.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 27.08.2026  14:00 Uhr

Remimazolam ist ein ultrakurz wirksames intravenöses Benzodiazepin-Sedativum und -Anästhetikum. Der Wirkstoff ist das Ergebnis einer gezielten Modifikation: Das Molekül verbindet die pharmakodynamischen Eigenschaften von Midazolam mit den pharmakokinetischen von Remifentanil – was sich auch im Namen widerspiegelt. Analog zu Midazolam entfaltet Remimazolam seine Wirkung über eine Bindung an die Benzodiazepin-Bindungsstellen von γ-Aminobuttersäure-Typ-A-(GABAA-)Rezeptoren. Vom Remifentanil hat man sich das Prinzip der Esterbindung im Molekül abgeschaut: Im Körper wird Remimazolam organunabhängig von ubiquitär vorkommenden unspezifischen Gewebeesterasen schnell zu dem inaktiven Carboxylsäure-Metaboliten CNS7054 abgebaut, der eine etwa 300-mal geringere Affinität für GABAA-Rezeptoren hat. Daraus resultiert eine ultrakurze Wirkdauer.

In der EU ist Byfavo 20 mg zur prozeduralen Sedierung bei Erwachsenen zugelassen. Byfavo 50 mg darf in der EU zur intravenösen Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie bei Erwachsenen zum Einsatz kommen.

Im Rahmen der Erstattungsbetragsverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband hat Paion nun von der gesetzlichen Möglichkeit eines Opt-outs Gebrauch gemacht. Hintergrund ist, dass die Firma unter den gegebenen Rahmenbedingungen keine Möglichkeit sieht, das Arzneimittel in Deutschland zumindest kostendeckend weiter anzubieten. Paion wird Byfavo daher zum 1. September 2026 aus dem deutschen Markt zurücknehmen.

Paion betont, dass die Marktrücknahme ausschließlich Folge des Opt-outs aus dem Erstattungsbetragsverfahren ist und nicht aus Qualitäts- oder Sicherheitsgründen erfolgt. »Die Entscheidung wiegt schwer für uns«, sagt Tilmann Bur, Geschäftsführer von Paion. Er bedauert, dass der in Deutschland entwickelte Wirkstoff künftig gerade auf dem deutschen Markt nicht mehr regulär verfügbar sein wird.

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