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Hautkrebs
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Erster mRNA-Krebsimpfstoff auf dem Weg zur Zulassung

Bisher fußte die Euphorie um den von Moderna und Merck entwickelten Impfstoff Intismeran autogen zur personalisierten Behandlung eines Hochrisikomelanoms auf Informationen der Pharmaunternehmen. Jetzt wurden detaillierte Ergebnisse im Rahmen des Europäischen Krebskongresses ESMO in Madrid bekannt gegeben. Die Hersteller wollen mit diesen Daten die Zulassung beantragen.  
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 23.10.2026  14:00 Uhr

Längst nicht alle Fragen beantwortet

Allerdings bleiben wichtige Fragen offen. Insbesondere muss eine längere Nachbeobachtung zeigen, ob sich der Vorteil beim rezidivfreien Überleben auch in einem verbesserten Gesamtüberleben widerspiegelt. Ebenso ist noch unklar, welche Patientengruppen langfristig am stärksten profitieren.

Zudem fiel der Effekt auf das fernmetastasenfreie Überleben mit einer Risikoreduktion von 38 Prozent geringer aus als in einer früheren Untersuchung, in der eine Reduktion um 59 Prozent beobachtet worden war. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die langfristige klinische Bedeutung der Ergebnisse weiter zu untersuchen.

Von besonderer Bedeutung ist die Frage, ob sich das Prinzip auf andere Tumorarten übertragen lässt. Das Melanom gilt als immunologisch besonders gut zugänglicher, sogenannter heißer Tumor, der häufig auf immuntherapeutische Behandlungen anspricht. Bei immunologisch kalten Tumoren, etwa bestimmten Formen des kolorektalen Karzinoms, sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche T-Zell-vermittelte Immunantwort dagegen ungünstiger.

Dass das Konzept des individualisierten Krebsimpfstoffs keineswegs ein Selbstläufer ist, zeigt ein Rückschlag bei einem konkurrierenden Entwicklungsprogramm: Biontech und Roche mussten im August eine klinische Studie mit einer ebenfalls individualisierten mRNA-Krebsimpfung beim kolorektalen Karzinom abbrechen, nachdem sich keine ausreichende Wirksamkeit abgezeichnet hatte. Anders als in der Melanomstudie wurde die Vakzine dort allerdings nicht mit einem weiteren Krebsmedikament kombiniert.

Moderna und Merck untersuchen Intismeran autogene inzwischen in neun weiteren klinischen Studien der Phasen II und III. Dabei wird die Vakzine unter anderem bei Lungen-, Nieren- und Blasenkrebs geprüft, sowohl in Kombination mit Pembrolizumab oder anderen Krebsmedikamenten als auch als Monotherapie.

Die Ergebnisse der INTerpath-001-Studie liefern einen wichtigen klinischen Wirksamkeitsnachweis für das Konzept personalisierter mRNA-Krebsimpfstoffe. Zugleich markieren sie einen möglichen Wendepunkt für die therapeutische Nutzung der mRNA-Technologie. Ob daraus eine breit einsetzbare neue Behandlungsklasse entsteht, werden allerdings erst weitere Studien und längere Nachbeobachtungszeiten zeigen.

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