Die Apothekerin ohne Sympathie für AfD-Sympathisanten |
| Paulina Kamm |
| 23.10.2026 12:00 Uhr |
Elisabeth Kutter, Inhaberin der Panda-Apotheke an der Radrennbahn in Bielefeld, hat eine klare Botschaft an Anhängende der Alternative für Deutschland (AfD): »Bitte meide meine Apotheke«. / © Panda-Apotheke an der Radrennbahn
Die Alternative für Deutschland (AfD) spaltet die Gesellschaft aktuell wie keine andere Partei: Die einen sympathisieren mit ihr, die anderen verabscheuen sie. Die Inhaberin der Panda-Apotheke an der Radrennbahn in Bielefeld, Elisabeth Kutter, gehört zur zweiten Gruppe. Dies machte sie in einem Facebook-Video klar. Im Gespräch mit Paulina Kamm vom Politik & Wirtschaft-Ressort der PZ erklärt sie ihre Motivation und warum es ihr nicht ausreichte, sich als Privatperson gegen die unter rechtsextremistischem Verdacht stehende AfD zu positionieren.
Diverse Rückmeldungen auf Kutters Posting folgten umgehend: Bundesweite Berichterstattung und Dankesbekundigungen einerseits, andererseits Kritik aus dem Berufsstand und Hass im Internet. »Ich habe sehr viele neue Schimpfwörter, verachtenswerte Schimpfwörter dazugelernt«, sagt Kutter. Verleumdungen aus der Apothekerschaft weist sie von sich: »Wer das kritisiert, hat meiner Meinung nach nicht verstanden, wo wir in diesem Land heute stehen und wie wichtig es ist, klar Positionen zu beziehen gegen die AfD und für Vielfalt und Demokratie«.
Gegen den Kontrahierungszwang und den Versorgungsauftrag stelle sich Kutter mit ihrer Bitte nicht. Dies betonte sie bereits mehrfach in weiteren Videos wie auch gegenüber der PZ. »Es muss in diesem Land möglich sein, dass ich mich hinstelle und sage, ich mag die homophoben Ansichten der AfD-Wähler nicht und ich möchte die in meiner Apotheke nicht haben«, verteidigt Kutter ihre freie Meinungsäußerung. Auf diese beriefen sich schließlich auch AfD-Sympathisanten häufig.
Eines dürfte ihre Kritikerinnen und Kritiker besonders ärgern: »Ich sehe das Positive und das Positive für uns alle zusammen ist, dass der Umsatz sich verdoppelt hat«, erzählt Kutter. Ob sie sich wieder so entscheiden würde und was der Staatsschutz zu den Vorkommnissen sagt, erfahren Sie in der aktuellen Folge von »PZ Nachgefragt«.