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Anti-AfD-Video
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Was haben Sie daraus gelernt, Frau Kutter?

Mit einem Facebook-Video erregte Apothekerin Elisabeth Kutter bundesweite Aufmerksamkeit. Darin bat sie AfD-Anhänger, ihre Apotheke zu meiden. Die Apothekerin berichtet im Gespräch mit der PZ, wie sich die Situation seither entwickelt hat.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 03.11.2026  16:20 Uhr

Fast 3000 Likes auf Facebook, mehr als 2700 Kommentare und 205 mal geteilt (Stand 3.11.2026, 12 Uhr) – mit ihrer Videobotschaft an die unter rechtsextremistischem Verdacht stehende AfD und deren Anhängende erregte Elisabeth Kutter von der Panda-Apotheke an der Radrennbahn in Bielefeld Aufmerksamkeit mit Folgen. Ab und zu erhält sie bis heute noch Beschimpfungs-Mails, im Großen und Ganzen sei allerdings Ruhe eingekehrt, so die Apothekerin zur PZ.

Dem Ausmaß der Kritik steht die 60-Jährige weiterhin mit einem gewissen Unverständnis gegenüber: 

»Wissen solche Menschen gar nicht, dass unsere Zeit auf diesem Planeten endlich und somit kostbar ist?« Doch es gab auch viel Zuspruch: Für ihren Post und den Podcast habe sie sowohl aus der Apothekenbranche als auch aus der Ärzteschaft positives Feedback erhalten, berichtet die Inhaberin.

Kutters Lektion

Aus ihrer »spontanen Aktion« habe sie allerdings auch gelernt: »Wichtig ist, dass wir begreifen, dass die Verantwortung bei jedem einzelnen Bürger liegt. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass ein paar gewählte Politiker das regeln.«

Kutter interessiere sich nicht für die schlechten Erfahrungen und teils aggressiven Reaktionen, die sie auch erhalten hat, denn sie will aus der Situation weiterhin das Positive ziehen: »Was ich mir wünsche: Dass die Menschen da draußen begreifen, dass jeder scheinbar noch so unbedeutende Mensch, so wie ich, etwas bewegen kann.«

Sie hoffe, dass ihre Aktion dem einen oder anderen Mut gemacht hat, sich für Demokratie und Vielfalt einzusetzen. Fragen, die sie jetzt umtreiben: »Wie gehe ich jetzt damit um? Wie kann ich die unverhoffte Bekanntheit nutzen, um vielleicht etwas Gutes zu bewegen? Welcher Bereich ist mir da besonders wichtig?«

Wenn der Egoismus dem Gemeinwohl hilft

Dass auf der anderen Seite des Hasses versucht werde, eine Art Heldinnenbild von ihr zu zeichnen, lehnt Kutter ebenso ab: »Das war ja auch kein Akt der Selbstlosigkeit. Ich möchte einfach weiter in einem Land leben, in dem ich meine Meinung sagen kann.«

In einigen Medien, insbesondere in diversen Reaktionsvideos, war von angeblichen wirtschaftlichen Schäden für die Apotheke die Rede. Zwar stimmt es, dass eine Horde Internet-Trolle ihre Google-Bewertungen nach unten gezogen hat. Aber negative finanzielle Auswirkungen hatte das Kutter zufolge nicht – im Gegenteil. »Die Apotheke läuft gut. Der Oktober war der beste Monat ever. Und jetzt fangen wir nächste Woche an zu impfen.«

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