Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Oberstapotheker Klaubert bei ADD
-
Der Krise ins Auge sehen

Kräfte bündeln, regional denken: Für eine Krisenresilienz in der Arzneimittelversorgung ist es fünf vor 12 Uhr. Oberstapotheker Bernd Klaubert mahnt beim PZ-Talk »Alex’ Doppelte Dosis« (ADD) zu mehr Vorsorge. Und zeigt sich als Freund des geordneten Chaos.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 15.10.2026  12:40 Uhr

Ob Angriff auf die kritische Infrastruktur, Pandemie oder Naturkatastrophen – Apotheken müssen die Arzneimittelversorgung vor Ort sichern. Wie das gelingen kann und wie sich die Betriebe vorbereiten können, das war Thema des PZ-Talks »Alex’ Doppelte Dosis« (ADD) am Mittwoch im Zazou in Berlin. PZ-Chefredakteur Alexander Müller sprach mit Oberstapotheker Bernd Klaubert, Leitender Apotheker und Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr und seit Januar 2026 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP).

»Ohne Apotheken funktioniert es nicht«, stellte Klaubert klar. Aber damit die Arzneimittelversorgung auch in Krisenzeiten gewährleistet ist, erfordert das Thema mehr Aufmerksamkeit, mahnte der Oberstapotheker. Es brauche zudem ein neues Mindset. Als Lehre aus der Pandemie könne man zwar festhalten: »Deutschland ist generell gut aufgestellt.« Aber: »Wir haben verlernt, uns auf das Ungewohnte vorzubereiten«, so Klaubert. Und er mahnt: »Sind wir ehrlich zu allen, auch mit Blick auf den Nachwuchs, auf das, was kommen könnte?«

Den Ernstfall proben

Es gelte, dem Worst Case ins Auge zu sehen. Dazu brauche es Konzepte. Mit Blick auf die Arzneimittelversorgung und die Apotheken fordert Klaubert, den Ernstfall zu proben. Es gehe darum, Übungen zu machen, das Personal auch auf Dienste zu unangenehmen Zeiten vorzubereiten, »aus der Normalität herauszubringen«.

Damit die Apotheke krisenresilient wird, muss Folgendes auch im Ernstfall gewährleistet sein: die Energieversorgung, genügend Personal. Man müsse wissen, wer welche Verantwortlichkeiten hat und welche Netzwerke zur Verfügung stehen, welcher Vorrat an Arzneimitteln notwendig ist. »Auch der apothekenübliche Vorrat verändert sich in der Krise«, so Klaubert mit Blick auf die geltenden Vorschriften zur Bevorratung.

Auf die Frage, ob die Resilienz der Arzneimittelversorgung ausreichend Bestandteil der Nationalen Sicherheitsstrategie sei, entgegnet Klaubert, das Thema sei zwar genannt, im geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG) fehle ihm der Aspekt Vorsorge aber.

ZUR ÜBERSICHT
"Alle Podcast-Folgen"

Unser Podcast auf diesen Portalen

Einmal wöchentlich ein besonderer Einblick in ein Thema, das die Apothekenwelt bewegt. Über diese Streamingportale gibt‘s das kostenlose Abo.

Unser Podcast auf diesen Portalen

Einmal wöchentlich ein besonderer Einblick in ein Thema, das die Apothekenwelt bewegt. Über diese Streamingportale gibt‘s das kostenlose Abo.

Der Aponet-Podcast für Apothekenkunden

PODCAST
gecheckt!

Abonnieren bei:

Mehr von Avoxa