(v.l.n.r.) Marc-Alexander Mahl (Fresenius), Sula Lockl (VCI Hessen), Roman Poseck (Hessischer Innenminister/ CDU) und Max Schad (CDU Hessen) diskutierten über die Resilienz der hessischen Gesundheitswirtschaft. / © VCI Hessen
Bei der Veranstaltung »Gesundheits- und Pharmapolitik am Standort« am vergangenen Freitag drehte sich alles um die Frage: »Wie krisenfest ist unsere Gesundheitswirtschaft wirklich?« Konkret ging es um die notwendigen Rahmenbedingungen für eine resiliente Pharma- und Medizintechnikindustrie sowie um den Beitrag, den die Branche zur Versorgungssicherheit, zu kritischen Infrastrukturen und zu einem starken Wirtschaftsstandort leisten kann.
»Eine sichere Versorgung mit Arzneimitteln ist Kern staatlicher Daseinsvorsorge und damit auch eine Frage der Sicherheit unseres Landes«, betonte dabei Roman Poseck (CDU), Hessischer Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, in seiner Rede, wie aus einer Pressemitteilung des VCI hervorgeht. »Die veränderte Sicherheitslage und hybride Bedrohungen zeigen uns, dass im Ernstfall vor allem zählt, was bei uns produziert und vorgehalten werden kann.«
Deshalb müsse die Arzneimittelproduktion als kritische Infrastruktur noch stärker geschützt und Abhängigkeiten von einzelnen Drittstaaten gezielt verringernt werden. Resilienz würde nicht allein in Behörden und Krisenstäben entstehen, sondern im engen »Schulterschluss« von Staat und Wirtschaft. »Unternehmen wie Fresenius leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag«, so Innenminister Roman Poseck.
Sula Lockl, Geschäftsführerin des VCI Hessen, bekräftigte ebenfalls, dass eine sichere Arzneimittelversorgung nicht im Krisenfall entsteht, sondern durch starke Produktionsstandorte, innovative Unternehmen und verlässliche politische Rahmenbedingungen. »Wer Versorgungssicherheit will, muss Forschung, Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln in Deutschland und Europa stärken.« Eine starke Pharmaindustrie sei ein zentraler Baustein gesellschaftlicher Resilienz.
Auf die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft als wichtiger Wachstumsfaktor wies Marc-Alexander Mahl, President Pharma, Medical Nutrition and Sustainability bei Fresenius Kabi, hin. »Eine sichere und widerstandsfähige Gesundheitsversorgung ist gemeinsame Verantwortung von Politik und Industrie: Unternehmen investieren in Produktion, Innovation und verlässliche Versorgung, die Politik schafft dafür wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.«
Versorgungssicherheit und Krisenfestigkeit war auch Thema beim jüngsten PZ-Talk »Alex’ Doppelte Dosis« in Berlin. Oberstapotheker Bernd Klaubert forderte ein Umdenken in der Arzneimittelversorgung und setzt dabei auf regionale Strukturen statt auf reines Effizienzdenken.