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Psychedelikum
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Wie Psilocybin neuronale Netzwerke umbaut

Psilocybin gilt als vielversprechend in der experimentellen Behandlung von Depressionen. Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, wie das Psychedelikum seine neuroplastische Wirkung entfaltet – und dass dies nicht unbedingt mit Halluzinationen einhergehen müsste.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 26.10.2026  16:20 Uhr

Ein Forscherteam um Jacob J. Baker von der University of California Santa Cruz, USA, untersuchte, welche Rolle der Serotonin-2A-Rezeptor (5-HT2A-Rezeptor) bei den unterschiedlichen Wirkungen von Psilocybin spielt. Dieser Rezeptor gilt als zentraler molekularer Angriffspunkt klassischer Psychedelika. Besonders stark wird er auf Pyramiden-Neuronen der fünften Schicht der Großhirnrinde exprimiert.

Bislang war unklar, ob dieselben Nervenzellen sowohl die psychedelischen Effekte als auch die Veränderungen neuronaler Verschaltungen vermitteln. Die interessanten Ergebnisse ihrer Arbeit publizierten die Forschenden jetzt im Fachjournal »Nature Neuroscience«.

Mithilfe der In-vivo-Zweiphotonenmikroskopie verfolgten die Forschenden über mehrere Wochen die strukturellen Veränderungen dendritischer Dornenfortsätze, der sogenannten Spines, im somatosensorischen Kortex von Mäusen. Diese winzigen Ausstülpungen der Dendriten bilden überwiegend die postsynaptischen Strukturen erregender Synapsen und gelten als wichtige morphologische Korrelate neuronaler Plastizität.

Effekt nach einmaliger Psilocybin-Gabe

Bereits eine einmalige Psilocybin-Gabe führte zu einer deutlichen Zunahme neu gebildeter Spines. Besonders bemerkenswert war, dass diese Veränderungen nicht auf eine kurzfristige Vermehrung synaptischer Kontakte beschränkt blieben.

Während in der Kontrollgruppe der Versuchstiere nach 21 Tagen lediglich 29,3 Prozent der neu entstandenen Spines erhalten waren, betrug dieser Anteil nach Psilocybin-Behandlung 48 Prozent. Gleichzeitig beschleunigte der Wirkstoff die strukturelle Reifung neuer synaptischer Kontakte. Der Anteil pilzförmiger, als besonders stabil geltender Spines stieg von 2,2 auf 28,4 Prozent.

Allerdings zeigte sich auch eine zweite, bislang weniger beachtete Wirkung: Psilocybin förderte langfristig die Eliminierung bereits vorhandener Spines. Der Wirkstoff bewirkte somit nicht einfach eine dauerhafte Zunahme synaptischer Verbindungen, sondern eine umfassendere Reorganisation neuronaler Netzwerke. Neue Kontakte wurden bevorzugt stabilisiert, während bestehende Verbindungen teilweise abgebaut wurden. Die Forschenden interpretieren dies als Hinweis auf einen anhaltenden Umbau neuronaler Schaltkreise.

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