| Lukas Brockfeld |
| 28.10.2026 14:30 Uhr |
Die Ärzteschaft warnt, dass das GKV-Spargesetz zu weniger Arztterminen führen werde. / © imago images/Robert Poorten
Das GKV-Spargesetz trifft nicht nur die Apotheker über den erhöhten Kassenabschlag, sondern verlangt auch den Ärztinnen und Ärzten etwas ab. Verschiedene Maßnahmen wie die Streichung der finanziellen Anreize für eine schnellere Terminvergabe sollen im kommenden Jahr im ambulanten Bereich etwa 2,7 Milliarden Euro sparen. Die Ärztelobby reagierte empört. So drohte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass auf eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik ein einnahmenorientiertes Leistungsangebot folgen werde. Laut den Schätzungen der KBV könnten im kommenden Jahr etwa 46 Millionen Behandlungsfälle wegfallen.
Doch die Krankenkassen wollen das nicht auf sich sitzen lassen. »Derzeit hört man immer wieder, dass es angeblich weniger Arzttermine geben müsse, weil Arzttermine schlechter bezahlt werden würden. Das ist nicht richtig und ein Affront gegenüber 75 Millionen gesetzlich Versicherten und deren Arbeitgebern, die über ihre Krankenkassenbeiträge die Honorare der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte finanzieren«, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, am Montag. Die Ärzteschaft verunsichere mit ihren Warnungen Menschen, die auf medizinische Hilfe angewiesen seien.
Der GKV-Spitzenverband erklärt, dass die Vergütung für die einzelne ärztliche Leistung im kommenden Jahr um 2,2 Prozent steigen werde. Das entspräche mehr als einer Milliarde Euro. Die im Spargesetz vorgesehenen Einschnitte hält der Verband für richtig. »Neben der Vergütung der eigentlichen Behandlung gab es seit einigen Jahren Zuschläge und Bonuszahlungen für die besonders schnelle Terminvermittlung. Diese Extrazahlungen fallen künftig weg. Ziel der Politik war es, durch diese Extrahonorare die Terminwartezeiten zu verkürzen. Da die Wartezeiten aber tatsächlich sogar länger wurden, war es folgerichtig, dass diese Extrazahlungen wieder gestrichen wurden«, so Stefanie Stoff-Ahnis.