| Paulina Kamm |
| 12.06.2026 13:30 Uhr |
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, drängt auf eine schnelle Einigung beim GKV-Spargesetz. / © Imago / Photothek
Während die Beratung zum Beitragsstabilisierungsgesetz noch im Gange ist, drängt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, auf eine schnelle Einigung: »Denn die gesetzliche Krankenversicherung braucht die darin vorgesehenen Einsparungen, um die 75 Millionen Versicherten im nächsten Jahr ohne erneute Beitragssatzerhöhungen gut versorgen zu können«.
Das geplante Einsparvolumen und noch viel mehr sei notwendig, um erneute Beitragsanhebungen zu vermeiden. »Das wäre schlecht für unsere Versicherten, deren Arbeitgebende und die Wirtschaft insgesamt«, prophezeit Stoff-Ahnis.
Dabei blickt die stellvertrende Vorstandsvorsitzende in Richtung der Länder: »Aus den Bundesländern ertönen im aktuellen Reformkontext wiederholt deutliche Vetos, was angeblich alles nicht geht, aber auf konstruktive Vorschläge, wie die Finanzsituation in den Griff zu bekommen ist, wartet man vergeblich«. Die Bundesländer seien durch deren Weigerung, die Krankenhausinvestitionen gänzlich zu finanzieren, maßgeblich mitschuldig an den Finanzproblemen.
An der Reform sei »sicher nicht alles perfekt«, so Stoff-Ahnis. Sie plädiere für eine Mehrbelastung der Pharmaindustrie statt diese »weitestgehend zu schonen«. Schließlich seien die Arzneimittelausgaben der zweitgrößte Kostenblock der GKV. »Den jüngsten Erpressungsversuchen der Pharmaindustrie mit dem Ziel, nun auch noch den dynamischen Herstellerabschlag zu kippen, darf nicht nachgegeben werden«, sagt Stoff-Ahnis.
Auch an den Krankenhäuser und der niedergelassenen Ärzteschaft solle gespart werden. »Extreme Ausgabensteigerungen wie zuletzt im Krankenhausbereich mit fast zehn Prozent sind nicht länger tragbar«. Die Zusatzvergütungen für schnellere Arzttermine sieht die GKV-Vize ebenfalls kritisch, denn die Wartezeiten auf Termine seien seit Einführung länger geworden. »Mehr Honorar für längere Wartezeiten zu zahlen, ist schlicht absurd«.
Der geplante Verwaltungskostendeckel für die Kassen sei eine Herausforderung, die sie bereit seien anzunehmen. »Diese grundsätzliche Akzeptanz der dringend notwendigen Sparmaßnahmen erwarten wir auch von allen anderen Akteuren im Gesundheitswesen«, so Stoff-Ahnis.