Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Auswirkungen des Spargesetzes 
-
Ärzte und Kassen streiten über Wegfall von Terminen

Die Ärzteschaft warnt angesichts der im GKV-Spargesetz vorgesehenen Einschnitte vor dem Wegfall von Terminen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung weist diese Warnungen als unbegründet zurück. Der wütende Widerspruch der Mediziner folgte prompt.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 28.10.2026  14:30 Uhr

»Fantasiezahlen« und »Falschbehauptungen«

Eine scharfe Reaktion der Ärzteschaft ließ nicht lange auf sich warten. So sprach der Virchowbund von »Falschbehauptungen« und »reiner Kassenpropaganda«. Die Steigerung der Gesamtvergütung um 2,2 Prozent sei angesichts einer erwarteten Inflationsrate von 3 Prozent ein Verlust. »Der GKV-Spitzenverband wirft mit Fantasiezahlen um sich, ohne sie in einen realen Zusammenhang zu setzen. Das ist reine Kassenpropaganda«, so Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes.

Die Ärzteschaft befinde sich aktuell in einer schwierigen Lage: »Wir versorgen in unseren Arztpraxen immer mehr Menschen, die immer kränker und älter werden. Gleichzeitig müssen die Niedergelassenen höhere Personal-, Sach- oder Energiekosten stemmen, während Kassen und die Politik immer weiter Leistungs- und Terminversprechungen machen«, klagte Heinrich.

Politik und Kassen dürften nicht allein auf die Gesamtvergütung schauen, insbesondere wenn sie mehr Termine schaffen wollen. »Termine entstehen nicht einfach durch realitätsferne Gedankenspiele in Vorstandsbüros des GKV-Spitzenverbandes. Hinter jedem Termin stehen Ärzte, MFAs, Räume und Geräte, die echtes Geld kosten. Wer zusätzliche Kapazitäten schaffen will, muss sie also auch finanzieren«, so der Vorsitzende des Virchowbundes.

Mehr von Avoxa