Laut einer Studie steigert Sport bei Krebserkrankungen nicht nur die Leistungsfähigkeit. Er hängt auch mit einer geringeren Mortalität zusammen. / © Adobe Stock/JackF
Sport ist eine gängige Empfehlung für Krebspatienten, um die Lebensqualität zu steigern, Fatigue zu verringern und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Körperliches Training kann jedoch auch die krebsbedingte sowie die Gesamtsterblichkeit von Tumorpatienten reduzieren, wie ein systematischer Review mit Metaanalyse im Fachjournal »British Journal of Sports Medicine« nahelegt. Ebenso reduzierte sich das Risiko für ein Rezidiv.
»Unsere Metaanalyse liefert direkte, quantifizierte Belege dafür, dass der Nutzen eines strukturierten Trainings über die Supportivtherapie hinausgehen könnte«, kommentiert das Forschungsteam um Chih-Chen Tzang von der National Taiwan University in Taipeh, Taiwan, in einer Pressemitteilung.
In die Metaanalyse flossen 21 randomisierte, placebokontrollierte Studien aus Nordamerika, Europa, Australien und Asien mit insgesamt 8449 erwachsenen Krebspatienten ein (Durchschnittsalter: 54 Jahre). Am häufigsten waren Brust-, Darm- oder Pankreaskrebs vertreten. Die Nachbeobachtungszeit betrug durchschnittlich 64 Monate.
Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe führten unter Beobachtung strukturierte Sportprogramme aus. Die Kontrollgruppen erhielten eine Standardbehandlung, Gesundheitsberatung oder medikamentöse Therapie – jedoch kein strukturiertes Training.
Das Sterberisiko war bei den sporttreibenden Krebspatienten um 23 Prozent reduziert, verglichen mit der Placebogruppe. Die krebsspezifische Mortalität war um 26 Prozent reduziert. Auch das Rezidivrisiko war 17 Prozent geringer als das der nicht sporttreibenden Patienten. Es gab jedoch keine signifikanten Effekte auf die progressionsfreie Überlebenszeit oder die Rate pathologischer Komplettremissionen.
Die Forscher vermuten hinter den positiven Auswirkungen von Bewegung auf das Überleben bei Krebs mehrere Mechanismen. So könne Bewegung die Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf Krebs verstärken. Auch die Durchblutung in den Tumoren verbessere sich, weshalb eine Krebsbehandlung besser wirken könnte. Außerdem nehmen die Muskelzellen mehr Glucose auf, sodass weniger für die Versorgung der Krebszellen zur Verfügung steht. Bewegung helfe Zellen auch, DNA-Schäden zu reparieren.
»Aufgrund dieser Erkenntnisse können Ärzte strukturiertes Training als Teil der onkologischen Versorgung mit gutem Grund empfehlen«, schlussfolgert das Forschungsteam. Weitere Studien seien jedoch erforderlich, um die Effekte von Sport auf Krebserkrankungen näher zu untersuchen.