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Symposium zur Krisenpharmazie
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Sich für die Krise rüsten

Ohne öffentliche Apotheken würde das Gesundheitssystem im Krisenfall nicht funktionieren – hierin waren sich die Rednerinnen und Redner beim Weinheimer Symposium »Die Rolle der öffentlichen Apotheken in Krise, Spannungsfall, Krieg« einig. Einen roten Faden für das Krisenthema lieferte der jüngste Stromausfall in Reutlingen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 11.06.2026  11:30 Uhr

Die Bedeutung der Rehabilitation

»Wir brauchen zunächst das Überleben, sind dann aber sofort beim Thema Lebensqualität«, erklärte der Generalarzt. Gesellschaft und Verwaltung müssten funktionieren. Viel Nachholbedarf sieht er bei der Rehabilitation – nicht nur in der Bundeswehr. Auch die zivile Seite vernachlässige das Thema, dabei sei dessen Bedeutung »überragend«, für das Gesundheitssystem, aber auch für die Gesellschaft.

Oberstarzt Peter Mackes referierte über »Krisenresilienz und ZMZ im ambulanten Versorgungssektor in einem LV/BV Szenar« – ZMZ bedeutet zivil-militärische Zusammenarbeit, LV/BV Landesverteidigung beziehungsweise Bündnisverteidigung.

Bei Katastrophen, Großschadenslagen und schweren Unglücksfällen mit einem so genannten Massenanfall von Verletzten kann die Bundeswehr über einen Amtshilfeantrag die zivilen Rettungskräfte unterstützen. Dafür müssten gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, es brauche Rechtssicherheit, zudem müsse die Finanzierung geklärt sein.

»Herkulesaufgabe« nationale Produktion

In mehreren Impulsen beleuchteten Rednerinnen und Redner das Krisenthema anschließend aus verschiedenen Blickwinkeln. Ministerialdirigentin Christine Engelhardt vom Landesgesundheitsministerium Baden-Württemberg unterstrich, die Sicherstellung der Versorgung werde immer wichtiger. Zur Krisenvorsorge brauche es eine stärkere Produktion von Arzneimitteln in Deutschland – eine »Herkulesaufgabe«.

In der Krise müsse reduziert und ausgewählt, etwa auf die100 essenziellsten Arzneimittel fokussiert werden; die Auswahl sei hier entsprechend herausfordernd. Analysen und Gespräche mit der Industrie hierzulande liefen. Über Sonderregeln und Ausnahmen etwa auch bei der Erstattung werde nachgedacht. »Wir wollen das Thema angehen.«

Roter Faden Stromausfall

Wichtig sei eine effektive Bevorratung von Arzneimitteln, zudem müsse insgesamt die Krisenresilienz stärker ausgestaltet werden. Das Ministerium beschäftige sich in Arbeitsgruppen mit diesen Fragen.

Im Fall einer Bombardierung und Zerstörung von Produktionsanlagen – wie könnten die Krankenhausapotheken oder lokale Offizinen bei der Herstellung überbrücken? Hier sei bereits eine Abfrage gestartet worden.

Ein Problem könne sein, dass nicht wenige Apotheken keine ausreichende Notstromversorgung hätten, so Engelhardt – das Thema Stromausfall zog sich wie ein roter Faden durch das Symposium, angespitzt durch den jüngsten aufsehenerregenden Stromausfall in Reutlingen.

Eine Anlaufstelle für Fragen zur Krisenresilienz sei die Kreisebene, so Engelhardt. Die Landkreise seien die Katastrophenschutzbehörden und verfügten über viel Know-how.

Agnes Trasselli, Vizepräsidentin der Landesärztekammer Baden-Württemberg, schilderte die Rolle der Ärzteschaft im Krisenfall. Sie fokussierte auf die Personalfrage, eine »Schlüsselkomponente«. Die Ärzteschaft müsse für das Thema sensibilisiert werden.

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