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Symposium zur Krisenpharmazie
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Sich für die Krise rüsten

Ohne öffentliche Apotheken würde das Gesundheitssystem im Krisenfall nicht funktionieren – hierin waren sich die Rednerinnen und Redner beim Weinheimer Symposium »Die Rolle der öffentlichen Apotheken in Krise, Spannungsfall, Krieg« einig. Einen roten Faden für das Krisenthema lieferte der jüngste Stromausfall in Reutlingen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 11.06.2026  11:30 Uhr

Planbarkeit für Unternehmen wichtig

Die Kostenfrage schnitt Andrea Schmitz, Justiziarin bei Pharma Deutschland, an. Jenseits des Preises auf andere Kriterien Bezug zu nehmen, sei im Krisenfall naheliegend, die Produkte müssten dennoch auskömmlich vertrieben werden können. An die Politik richtete Schmitz den Appell, dass die Unternehmen Planbarkeit bräuchten – auch mit Blick auf das aktuelle GKV-Spargesetz, das Ende dieser Woche in Bundestag und Bundesrat beraten wird.

Man brauche keine sich widersprechenden Gesetzgebungsverfahren, die einerseits eine Stärkung versprächen, andererseits den Unternehmen Mehrkosten aufbürdeten, etwa mit der kommunalen Abwasserrichtlinie (KARL), einer EU-Richtlinie, über deren Umsetzung in Deutschland noch diskutiert wird.

Baden-Württembergs Kammerpräsident Martin Braun sagte, er habe beim Symposium einiges gelernt. Etwa: »Wir müssen Staatbürger sein«, nicht nur das eigene Wohl im Blick haben. Darauf hatte Wolfgang Schneiderhan, ehemaliger Generalinspekteur des Bundeswehr sowie Schirmherr des Symposiums, bereits in seiner Rede am Morgen hingewiesen.

Ärzte könnten ohne Apotheker nicht – und auch andersherum, auch das sei heute noch einmal deutlich geworden. Eindrücklich fand Braun, dass Mediziner Bespalenko  in seinem Vortrag darauf hingewiesen hatte, dass in der Ukraine die Apotheken inzwischen in vielen Städten die einzig verbliebene Gesundheitsanlaufstelle seien. Umso bedeutender erscheine auch hierzulande das funktionierende Versorgungsnetz durch lokale Apotheken. »Würden wir dies kaputtgehen lassen, würden wir ganz viel falsch machen.«

Auch der Großhandel spielt bei der Krisenvorsorge eine bedeutende Rolle. Phagro-Geschäftsführer Thomas Porstner wusste: »Wenn jemand Ehrfurcht und Respekt vor der Logistik hat, ist es die Bundeswehr.« Der Großhandel sei ausgerichtet auf die Regelversorgung, genau wie die Apotheken. Dass diese auch im Krisenfall sichergestellt werden könne, sei die Herausforderung. Das müsse etwa auch vor dem Hintergrund von aktuellen Gesetzen zur kritischen Infrastruktur beachtet werden.

Im Krisenfall könne der Großhandel Sonderbedarfe erfüllen, Strukturen erweitern, Know-how übertragen – wenn zusätzlich vergütet werde. Kommunikation sei im Krisenfall unabdingbar.

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