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Herpesviren
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Klein, gemein und oft gefährlich

Aus der großen Familie der Herpesviridae haben sich einige Vertreter gut an den Menschen angepasst. Sie können Lippen- oder Genitalherpes, aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Ein Überblick über neun humanpathogene Herpesviren.
AutorKontaktIlsabe Behrens
Datum 11.06.2026  09:00 Uhr

Humane Herpesviren 5 bis 8

Das humane Herpesvirus 5 (HHV-5) entspricht dem Cytomegalie-Virus (CMV) und gehört zur Unterfamilie der Betaherpesvirinae. CMV weist eine langsame Replikation auf und bewirkt eine ausgeprägte Zellvergrößerung (»Cytomegalie«) infizierter Zellen. Die Infektion verläuft bei immunkompetenten Personen meist asymptomatisch oder mild, kann jedoch bei immunsupprimierten Patienten schwere Erkrankungen verursachen, etwa Retinitis, Pneumonitis oder Kolitis (6).

Besonders relevant ist CMV in der Schwangerschaft, da eine konnatale Infektion zu schweren fetalen Schäden führen kann, einschließlich Hörverlust und neurologischer Defizite. Die Latenz wird vor allem in monozytären Zellen aufrechterhalten (1, 6).

Die humanen Herpesviren 6 und 7 (HHV-6 und HHV-7) gehören ebenfalls zur Unterfamilie der Betaherpesvirinae und sind eng miteinander verwandt. Beide Viren infizieren bevorzugt T-Lymphozyten. HHV-6 wird in zwei Varianten unterteilt (HHV-6A und HHV-6B), wobei insbesondere HHV-6B als Erreger des Exanthema subitum (Drei-Tage-Fieber, Roseola infantum) im Säuglings- und Kleinkindalter bekannt ist. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber, gefolgt von einem makulopapulösen Exanthem nach Entfieberung. HHV-7 wird ebenfalls früh im Leben erworben und kann ein ähnliches klinisches Bild verursachen, ist jedoch weniger gut charakterisiert (6, 7).

Beide Viren können latent persistieren und stehen im Verdacht, bei Reaktivierung zu verschiedenen neurologischen Erkrankungen oder bei immunsupprimierten Patienten zu Komplikationen beizutragen (4, 8).

Das humane Herpesvirus 8 (HHV-8), auch als Kaposi-Sarkom-assoziiertes Herpesvirus (KSHV) bezeichnet, gehört wie das Epstein-Barr-Virus zur Unterfamilie der Gammaherpesvirinae und ist ebenfalls ein Tumorvirus. Es infiziert vor allem Endothelzellen und B-Lymphozyten und ist ätiologisch mit dem Kaposi-Sarkom, dem primären Effusionslymphom sowie der multizentrischen Castleman-Erkrankung assoziiert (9).

HHV-8 codiert eine Vielzahl viraler Proteine, die in zelluläre Signalwege eingreifen und proliferationsfördernde sowie antiapoptotische Effekte vermitteln. Die Erkrankungen treten vor allem bei immunsupprimierten Patienten auf, insbesondere im Kontext einer HIV-Infektion. Die Pathogenese ist eng mit der Fähigkeit des Virus zur Induktion angioproliferativer Prozesse verknüpft (4).

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