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Herpesviren
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Klein, gemein und oft gefährlich

Aus der großen Familie der Herpesviridae haben sich einige Vertreter gut an den Menschen angepasst. Sie können Lippen- oder Genitalherpes, aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Ein Überblick über neun humanpathogene Herpesviren.
AutorKontaktIlsabe Behrens
Datum 11.06.2026  09:00 Uhr

Therapeutische Optionen bei Windpocken

Leichte Fälle von Windpocken bei Kindern erfordern nur eine symptomatische Therapie. Es gilt, den Juckreiz zu lindern und ein Aufkratzen der Pusteln zu verhindern, da dies sekundäre bakterielle Infektionen begünstigen kann. Feuchte Kompressen oder (bei schwerem Juckreiz) systemische Antihistaminika und kolloidale Hafermehlbäder können hilfreich sein.

Um eine sekundäre bakterielle Infektion zu vermeiden, sollten die Patienten zudem regelmäßig baden, die Unterwäsche wechseln und unbedingt häufig Hände waschen. Kurzgeschnittene Fingernägel reduzieren ebenfalls das Risiko bakterieller Superinfektionen. Antiseptika sollten nicht präventiv auf die Läsionen aufgetragen werden.

An Windpocken erkrankte Kinder dürfen nicht in den Kindergarten oder zur Schule und müssen bis zur Verkrustung der letzten Läsionen zu Hause bleiben.

Orale antivirale Medikamente verringern die Dauer und Schwere der Symptome nur geringfügig, wenn sie gesunden immunkompetenten Patienten innerhalb von 24 Stunden nach Beginn des Exanthems gegeben werden. Bei gesunden Kindern bis zu zwölf Jahren wird keine antivirale Behandlung empfohlen, da die Krankheit im Allgemeinen milde verläuft (12).

Die orale Gabe von Valaciclovir, Famciclovir oder Aciclovir sollte bei Patienten mit dem Risiko einer mittelschweren bis schweren Erkrankung erwogen werden, wenn folgende Risikosituationen vorliegen:

  • Alter ab zwölf Jahre und ungeimpft (≥18 Jahre alt: Famciclovir),
  • Hauterkrankungen, insbesondere Ekzem,
  • chronische Lungenerkrankungen,
  • langfristige Salicylat-Therapie,
  • aktuelle Corticosteroid-Therapie,
  • sekundäre Infektion (bei Haushaltskontakten zugezogen), da sekundäre Fälle in der Regel schwerer verlaufen als Primärfälle.

Famciclovir oder Valaciclovir sind die antiviralen Mittel der Wahl für immunkompetente Erwachsene. Aciclovir ist Mittel der zweiten Wahl, da es eine schlechtere orale Bioverfügbarkeit hat.

Da Schwangere beziehungsweise das ungeborene Kind ein hohes Risiko für Varizellen-Komplikationen (cave: fetales Varizellensyndrom) haben, ist unbedingt die sofortige Abklärung durch den Arzt notwendig. Die Sicherheit einer antiviralen Therapie während der Schwangerschaft ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt längere Erfahrungen mit Aciclovir als mit Valaciclovir. Für Famciclovir liegen nur wenige Daten über die Sicherheit in der Schwangerschaft vor, sodass es für schwangere Frauen nicht allgemein empfohlen wird.

Das Reye-Syndrom ist eine seltene, aber schwere Komplikation bei Windpocken im Kindesalter. Das Syndrom kann drei bis acht Tage nach Beginn des Exanthems einsetzen, hauptsächlich nach der Einnahme von ASS zur Fiebersenkung. Deshalb sollte zur Fiebersenkung Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden.

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