Eine Zoster-Erkrankung verläuft bei Patienten ohne Risikofaktoren für Komplikationen in der Regel selbstlimitierend. Hier liegt das Therapieziel in der Verkürzung der Dauer und Hemmung der Ausbreitung der kutanen Symptome. Ein wichtiges sekundäres Behandlungsziel ist es, die Inzidenz der postzosterischen Neuralgie zu reduzieren, die die häufigste Folgeerkrankung ist.
Ein Therapiestart innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn und eine ausreichend lange orale Therapie über sieben bis zehn Tage reduzieren die Viruslast und damit das Risiko für Folgeerkrankungen (13). Zum Einsatz kommen die Virostatika Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir in der Dosierung wie bei Herpes genitalis. Eine intravenöse Anwendung von Aciclovir ist für Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf indiziert.
Ein Schwerpunkt der symptomatischen Therapie liegt auf der Schmerzreduktion, was durch ausreichend hoch dosierte Analgetika erreicht wird. Lokal wird abhängig vom Stadium des Exanthems entweder austrocknend und antiseptisch, zum Beispiel mit feuchten Umschlägen (Bläschenstadium) mit Lotio alba oder Vioform-Zinkschüttelmixtur behandelt. Im Stadium der Verkrustung kann die Wundheilung durch O/W-Emulsionen oder Cremegele mit Dexpanthenol unterstützt werden.
Bisher gibt es keine zufriedenstellende topische Therapie mit nachgewiesener antiviraler Wirksamkeit; das heißt, dass das Auftragen von Virostatika nicht wirksam ist (13).
Das Humane Herpesvirus 4 (HHV-4), besser bekannt als Epstein-Barr-Virus (EBV), gehört zur Unterfamilie der Gammaherpesvirinae und zeigt einen ausgeprägten Tropismus (Anziehung) für B-Lymphozyten sowie Epithelzellen. Die infektiöse Mononukleose ist weltweit verbreitet und tritt unabhängig von Jahreszeiten auf. Der Mensch stellt das einzige Erregerreservoir dar; etwa 90 Prozent der Erwachsenen sind seropositiv.
Die Übertragung erfolgt überwiegend durch direkten Kontakt mit Speichel, etwa beim Küssen, weshalb die Erkrankung auch als »kissing disease« bezeichnet wird. Daneben sind Tröpfchen- und Schmierinfektionen möglich und auch eine sexuelle Übertragung wird diskutiert (5).
Die Inkubationszeit beträgt meistens eine bis drei Wochen, kann jedoch bis zu zwei Monate dauern. Die Primärinfektion verläuft im Kindesalter häufig asymptomatisch, während sie im Jugend- oder Erwachsenenalter zur infektiösen Mononukleose führen kann, die typischerweise mit Fieber, Pharyngitis und Lymphadenopathie einhergeht.
Die Therapie erfolgt symptomatisch fiebersenkend und/oder analgetisch, wobei Paracetamol zu vermeiden ist, da das Virus die Leberfunktion beeinträchtigt. Bei Kindern ist ASS aufgrund des Risikos für das Reye-Syndrom nicht angezeigt. Eine systemische orale Therapie mit Virostatika (Aciclovir, Penciclovir, Ganciclovir) bringt keinen zusätzlichen Vorteil. Ein wichtiger Hinweis bei einer klinisch-relevanten Milzvergrößerung ist die Vermeidung von Belastungssport über mindestens vier Wochen (Risiko Milzriss).
Darüber hinaus ist EBV mit verschiedenen malignen Erkrankungen assoziiert, darunter mit dem Burkitt-Lymphom, dem Hodgkin-Lymphom und dem nasopharyngealen Karzinom. Ein zentrales pathogenetisches Merkmal des Virus ist seine Fähigkeit zur Latenz in den B-Zellen sowie zur Veränderung der B-Zellen (4).