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Herpesviren
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Klein, gemein und oft gefährlich

Aus der großen Familie der Herpesviridae haben sich einige Vertreter gut an den Menschen angepasst. Sie können Lippen- oder Genitalherpes, aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Ein Überblick über neun humanpathogene Herpesviren.
AutorKontaktIlsabe Behrens
Datum 11.06.2026  09:00 Uhr

Herpes zoster nach Reaktivierung von VZV

Die Erkrankung Herpes zoster resultiert aus einer Reaktivierung latenter Varizella-Zoster-Viren (VZV) im hinteren Spinalganglion. Herpes zoster tritt häufig bei älteren Erwachsenen und HIV-Infizierten auf und verläuft bei immungeschwächten Patienten häufiger und schwerer, da deren zellvermittelte Immunität vermindert ist. Es gibt aber keine eindeutige Beziehung zur Immunkompetenz.

An der betroffenen Stelle kommt es zu stechenden brennenden Schmerzen, auf die typischerweise innerhalb von zwei bis drei Tagen ein Exanthem folgt. Meistens sind eine oder mehrere benachbarte Regionen der thorakalen oder lumbalen Region betroffen. Die Läsionen sind in der Regel einseitig und verlaufen nicht über die Mittellinie des Körpers. An den betroffenen Arealen besteht meist eine Hyperästhesie. Die Exantheme breiten sich nach dem ersten Erscheinen über weitere drei bis fünf Tage hinweg aus.

Ein Herpes zoster kann sich auch auf andere Hautregionen und in viszerale Organe ausbreiten. So entsteht der Zoster oticus (Ramsay-Hunt-Syndrom) bei einer Infektion des Ganglion geniculatum. Es kommt zu Ohrenschmerzen, Gesichtslähmungen und manchmal auch Schwindel. Die Bläschen platzen in den externen Gehörgang hinein auf und der Geschmackssinn in den vorderen zwei Dritteln der Zunge kann verloren gehen. Kommt es zu einer Infektion und damit Bläschenbildung im Ohr, gehört diese Zoster-Ausprägung in die HNO-ärztliche Behandlung, da ein Hörverlust drohen kann.

Der Herpes zoster ophthalmicus beruht auf einer Beteiligung des Ganglion gasseri mit Schmerzen und Bläschenbildung um das Auge herum und auf der Stirn. Kommt es zu einer Bläschenbildung auch auf der Nasenspitze (Hutchinson-Zeichen), weist dies auf eine Beteiligung des nasoziliären Astes und auf ein höheres Risiko einer schweren okularen Krankheit hin. Patienten mit Zoster ophthalmicus müssen sich unbedingt und sofort in die augenärztliche Behandlung begeben.

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