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Herpesviren
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Klein, gemein und oft gefährlich

Aus der großen Familie der Herpesviridae haben sich einige Vertreter gut an den Menschen angepasst. Sie können Lippen- oder Genitalherpes, aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Ein Überblick über neun humanpathogene Herpesviren.
AutorKontaktIlsabe Behrens
Datum 11.06.2026  09:00 Uhr

Varizella-Zoster-Virus

Das humane Herpesvirus 3 (HHV-3) ist besser bekannt als Varizella-Zoster-Virus (VZV) und gehört wie HSV-1 und HSV-2 zur Unterfamilie der Alphaherpesvirinae. Kennzeichnend sind eine hohe Replikationsgeschwindigkeit und eine ausgeprägte Neurotropie.

Die Primärinfektion manifestiert sich als Varizellen (Windpocken), die hochansteckend sind. Wenn ein Familienmitglied Windpocken hat, stecken sich die restlichen Familienmitglieder, die noch keine Infektion hatten oder keine Antikörper gebildet haben, mit 80- bis 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit an. Die Übertragung der Erreger erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, da Viruspartikel in Speicheltröpfchen beim Atmen, Sprechen, Niesen oder Husten freigesetzt werden (4).

Windpocken treten überwiegend im Kindesalter auf – auch wenn die meisten Kinder heute geimpft sind. Erkrankungsspitzen gibt es besonders in den Wintermonaten und im Frühjahr. Die Erkrankung zeigt sich mit generalisiertem vesikulärem Exanthem und wird begleitet von Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Juckreiz. Die Windpocken beginnen mit kleinen runden, roten Flecken, aus denen sekretgefüllte Bläschen entstehen. Durch Einwanderung von Entzündungszellen entstehen Pusteln, auf denen sich nach dem Austrocknen der Bläschen Krusten bilden. Mit Ausnahme der Handinnenflächen und Fußsohlen können sich Bläschen am ganzen Körper und auch im Mund bilden (11).

Zwei Tage vor dem Exanthem sind Windpocken bereits ansteckend und bleiben es, bis alle Effloreszenzen verkrustet sind. Insbesondere Schwangere sollten Windpocken-Erkrankte meiden, wenn sie nicht sicher sind, ob sie schon einmal eine Infektion durchgemacht haben oder geimpft sind (Kasten). Eine Infektion des Fetus vor der 20. Schwangerschaftswoche kann zu Missbildungen oder Abort führen.

Nach der Abheilung des Exanthems verbleibt das Virus, wie typisch für Herpesviren, latent in sensorischen Spinal- und Hirnnervenganglien.

Eine spätere Reaktivierung des VZV führt zum Herpes zoster (Gürtelrose), der typischerweise durch ein dermatomal begrenztes, sehr schmerzhaftes Exanthem gekennzeichnet ist. Komplikationen wie die postherpetische Neuralgie oder ein Zoster ophthalmicus kommen häufiger vor (4).

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