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Gichttherapie
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Auf die Adhärenz kommt es an

Viele Gichtpatienten nehmen ihr Allopurinol nur bei Bedarf ein, wenn der Zeh wieder weh tut. Das Apothekenpersonal kann ihnen den Nutzen der Medikation erklären. Denn nur Patienten, die wissen, warum, wie und wann sie ihre Arzneimittel einnehmen müssen, bringen die notwendige Adhärenz für eine erfolgreiche Therapie auf.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 23.12.2021  09:00 Uhr

Primär und sekundär

Die primäre Gicht ist gekennzeichnet durch eine verminderte Harnsäureausscheidung oder gesteigerte Harnsäurebildung (Enzymdefekte wie Lesch-Nyhan-Syndrom oder Kelley-Seegmiller-Syndrom) (Kasten).

Die sekundäre Gicht tritt infolge einer Grunderkrankung auf. Dabei kommt es zur verminderten Harnsäureausscheidung (chronische Niereninsuffizienz, Azidosen) oder gesteigerten Harnsäurebildung (durch vermehrten Zelluntergang bei starken Verbrennungen oder Verletzungen, Leukämien, Tumorlyse unter Zytostatika- oder Strahlentherapie, Psoriasis, hämolytischer Anämie). Bei einer Ketoazidose (Fasten, dekompensierter oder entgleisender Diabetes mellitus) konkurrieren die gebildeten Ketonkörper mit der Harnsäure um die renale Ausscheidung.

Es gibt Patienten mit sehr hohen Harnsäurewerten ohne jeglichen Gichtanfall und Patienten, die trotz niedriger Harnsäurewerte einen Gichtanfall bekommen.

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