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Schlaganfall

Jetzt zählt jede Sekunde!

Time is brain: Schlaganfall schnell erkennen!

Der Schlaganfall ist wie der Herzinfarkt ein Notfall. Der Slogan »Time is brain« verdeutlicht die Akuität dieser Erkrankung. Da die ersten Stunden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn entscheiden, muss der Schlaganfall so schnell wie möglich erkannt werden. Pro Minute sterben bei Verschluss eines großen hirnversorgenden Gefäßes 1,9 Millionen Nervenzellen und 14 Milliarden Nervenverbindungen gehen zugrunde.

Ob die Ursache der Symptome ein verstopftes Hirngefäß oder eine Einblutung im Gehirn ist, kann nur eine Computer- oder Kernspintomografie klären. Vorher dürfen keinesfalls gerinnungswirksame Medikamente verabreicht werden, da diese eine Hirnblutung potenziell verschlechtern und eine Lysetherapie unmöglich machen können. Die wichtigste Maßnahme ist der rasche Transport auf die nächstgelegene Stroke Unit, eine für die Schlaganfallbehandlung optimal ausgestattete Spezialeinheit.

Symptome eines Schlaganfalls beginnen plötzlich, wie der Name sagt: schlagartig. Bis zu 25 Prozent der Betroffenen erleiden ein »Schlagerl«, wie der Hirninfarkt manchmal verharmlosend bezeichnet wird, im Schlaf. Beschwerden werden dann erst beim Erwachen bemerkt. Bei einer TIA dauern Symptome nur wenige Sekunden bis Minuten an, müssen jedoch genauso ernst genommen werden wie länger anhaltende Defizite. Welche Symptome ein Patient entwickelt, hängt von der Lokalisation der geschädigten Region im Gehirn ab.

Schmerzen treten nicht regelhaft auf, finden sich jedoch bei Dissektionen, migränösen Infarkten oder Schlaganfällen im hinteren (vertebrobasilären) Stromgebiet. Auch Hirnblutungen gehen häufiger mit Kopfschmerzen einher.

Eine vorübergehende Sehstörung auf einem Auge ist Ausdruck einer Minderperfusion retinaler Gefäße. Diese sogenannte Amaurosis fugax ist ein typisches Frühsymptom einer Carotisstenose, die unbehandelt zum schweren Schlaganfall führen kann.

Die frühe Erkennung eines Schlaganfalls, die sofortige Aktivierung des Rettungsdienstes und der rasche Transport auf eine Stroke Unit sind grundlegend für ein möglichst gutes Outcome. Deshalb ist es sinnvoll, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Anhand des FAST-Tests können auch Laien einen Schlaganfallverdacht überprüfen (Kasten).

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