| Daniela Hüttemann |
| 10.06.2026 18:00 Uhr |
Es ist vor allem das Fett in und um die inneren Organe, das dem Körper gefährlich werden kann. / © Getty Images/Halfpoint Images
Boehringer Ingelheim kann sich diese Woche über zwei Publikationen von Phase-III-Daten zu Survodutid beim Kongress der American Diabetes Association sowie in hochrangigen Journals freuen: Ergebnisse der SYNCHRONIZE-1-Studie erschienen im »New England Journal of Medicine«, während parallel die Daten von SYNCHRONIZE-MASLD in »Nature Medicine« veröffentlicht wurden.
Survodutid ist Boehringer Ingelheims Antwort auf Novo Nordisks Semaglutid und Eli Lillys Tirzepatid. Bei Survodutid handelt es sich um einen dualen Glucagon/GLP-1-Rezeptoragonisten. Entwickelt wird er für Menschen mit Adipositas und Übergewicht sowie für Patienten mit Fettleber (MASLD, metabolisch bedingte steatotische Lebererkrankung), fettbedingter Leberentzündung (MASH, metabolisch bedingte Steatohepatitis) und Leberfibrose. Untersucht wird die Substanz im SYNCHRONIZE- und LIVERAGE-Studienprogramm, das mehr als zehn Studien umfasst.
SYNCHRONIZE-1 ist eine doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie, die über 76 Wochen die Wirksamkeit und Sicherheit von Survodutid bei 725 erwachsenen Personen mit Adipositas oder Übergewicht plus mindestens einer Komplikation, aber ohne Typ-2-Diabetes untersucht. Sie erhielten einmal wöchentlich eine subkutane Injektion von Survodutid in einer Dosierung von 3,6 mg oder 6,0 mg oder Placebo, dazu eine Beratung zu Lebensstilmodifikationen.
Erst Ende April hatte das Unternehmen die ersten Topline-Ergebnisse bekannt gegeben, wonach der durchschnittliche Gewichtsverlust 16,6 Prozent vom Ausgangsgewicht betrug, gegenüber nur 3,2 Prozent unter Placebo. Bis zu 85 Prozent der Patienten konnten ihr Körpergewicht um mindestens 5 Prozent reduzieren – damit wurden beide primären Endpunkte erreicht.
Jetzt wurden diese Daten und zusätzliche Analysen im »NEJM« veröffentlicht. Demnach erzielte die Survodutid-Gruppe eine Reduktion des viszeralen Fettgewebes (das Fettgewebe im Bauchraum, welches die Organe umgibt) von bis zu 34 Prozent. Das Leberfett sank sogar um bis zu 63,1 Prozent, während der Verlust der fettfreien Masse, zu der unter anderem die Muskeln gehören, nicht mehr als 10,8 Prozent der gesamten Gewichtsreduktion betrug. »Dies deutet auf eine gezielte Reduktion metabolisch ungünstiger Fettdepots hin«, teilte Boehringer Ingelheim mit.