| Daniela Hüttemann |
| 22.07.2026 18:00 Uhr |
Probandin Nr. 45 ist PZ-Redakteurin Daniela Hüttemann. Aufgrund ihrer schlechten Durchblutung gab es eine kurze Fingermassage vor dem Piks von Studienleiterin Dr. Dorothee Michel. / © PZ/Daniela Hüttemann
Seit Juni läuft in der Markt-Apotheke Eidelstedt in Hamburg eine Studie zur Implementierung und Akzeptanz eines Früherkennungs-Services namens »Auf Herz und Nieren geprüft«, konzipiert von Inhaberin Dr. Dorothee Michel und ihrer Kollegin Dr. Dorothee Dartsch, gesponsert von der Förderinitiative Pharmazeutische Betreuung. Insgesamt 300 Probandinnen und Probanden ab einem Alter von 18 Jahren und ohne bekannte Herz- und Nierenerkrankungen sollen innerhalb eines Jahres eingeschlossen werden.
Das Besondere: Bei der Point-of-Care-Testung bekommen die Teilnehmenden ihre Ergebnisse sowie deren Einordnung unmittelbar in der Apotheke mitgeteilt. Zur Testung bittet Michel in den Beratungsraum. Nach Prüfung der Ausschlusskriterien (Schwangerschaft, Diabetes, chronische Nierenerkrankungen, koronare Herzerkrankungen, pAVK sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte), Aufklärung und Einverständniserklärung kann es losgehen.
Michel entnimmt heute Probandin Nr. 45 Kapillarblut aus der Fingerbeere. Dafür braucht es nur wenige Mikroliter Blut für die insgesamt fünf Mini-Testkassetten. Eine Probe geht in ein kleines Gerät zur Messung des HbA1c-Werts. Parallel analysiert ein weiteres Gerät die vier anderen Proben, und zwar Serumkreatinin, HDL, Triglyceride und Gesamtlipide. Aus den letzten drei Werten lässt sich der LDL-Wert errechnen, was das Gerät automatisch übernimmt. Gleiches gilt für die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) anhand des Serumkreatinins und der CKD-EPI-Formel. Das Gerät benötigt hierfür 13 Minuten.
Der Simplex TAS kann nur vier Werte gleichzeitig bestimmen. Genutzt wird er für Serumkreatinin, HDL, Triglyceride und Gesamtlipide. Um Zeit zu sparen, nutzt Michel parallel ein eigenes Gerät für die HbA1c-Bestimmung. / © PZ/Daniela Hüttemann
»Wir haben uns genau überlegt, welche Werte wir wie messen wollen«, erklärt Michel. Daran orientierte sich auch die Geräteauswahl. Standard für die Nierenwertbestimmung sei bei den Ärzten meist die Albumin-Kreatinin-Ratio aus dem Urin. »Wir haben zwar eine Patiententoilette, aber die steht nicht in jeder Apotheke zur Verfügung, und vielleicht gibt es da gewisse Hemmnisse.« Man habe sich auch bewusst dagegen entschieden, den Teilnehmenden einen Urinbecher mit nach Hause zu geben. »Wir wollen es so unkompliziert wie möglich machen – alles in einem Termin«, betont Michel. Und gerade das wissen die Leute zu schätzen, so das erste Feedback.