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Machbarkeitsstudie
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Herz und Nieren in der Apotheke checken lassen

Herz- und Nierenwerte in der Apotheke bestimmen lassen – ist das praktikabel und wird es angenommen? In einer Hamburger Apotheke läuft zurzeit eine Studie zur Früherkennung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Die PZ war vor Ort.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 22.07.2026  18:00 Uhr

Durchdachte Reihenfolge

Während die PoC-Geräte laufen, bittet Michel die Probandin auf die Waage, misst die Körpergröße und führt eine Dreifach-Blutdruckmessung durch. Zudem fragt sie nach relevanten Vorerkrankungen und Ereignissen in der Familie sowie nach Rauchstatus und bestehender Medikation.

Mittlerweile liegt auch schon der HbA1c-Wert vor. Michel erläutert, was das ist, und trägt ihn in einen Bogen ein, den die Probandin nachher mit nach Hause nehmen kann. Wo es sinnvoll ist, hat Michel entsprechend nationaler und internationaler Leitlinien und Empfehlungen evidenzbasierte Grenzwerte angegeben und vermerkt gegebenenfalls, ob der Hausarzt den Wert überprüfen soll. Am Ende erhält die Probandin eine Übersicht mit insgesamt elf Werten: HbA1c, Triglyceride, Gesamtcholesterol, HDL und LDL, Serumkreatinin und eGFR, Blutdruck, Größe, Gewicht und BMI.

»Natürlich stellen wir keine Diagnose – das ist ärztliche Aufgabe«, betont Michel. Die Hausärzte rundherum, mit denen die Markt-Apotheke ohnehin im Rahmen pharmazeutischer Dienstleistungen eng kooperiert, sind informiert und haben zum Teil sogar noch Kapazitäten, neue Patienten aufzunehmen.

Michel wirbt aktuell für das Früherkennungsangebot mit Flyern, im Lokalblatt, in Geschäften und natürlich in der Apotheke selbst. »Viele sind spontan begeistert, und wenn es unsere Zeit zulässt, können wir den Test sofort durchführen. Sonst vereinbaren wir einen zeitnahen Termin.«

Schnell und unkompliziert

Das spricht sich langsam herum, denn das direkte Feedback ist bislang ausschließlich positiv. 44 Personen haben bereits teilgenommen. »Davon hatten tatsächlich einige keinen Hausarzt. Den einen oder anderen haben wir auch aufgrund auffälliger Werte an einen Arzt verwiesen.« Das Durchschnittsalter liegt unter 50 Jahren – genau die Gruppe, die häufig schon ein erhöhtes Risiko hat, aber nichts davon weiß.

Am Ende bittet Michel Probandin Nr. 45, noch anonym einen Fragebogen zur Zufriedenheit und Akzeptanz auszufüllen. »Schon das direkte Feedback zeigt: Die Leute schätzen es, so unkompliziert ihre Blutwerte zu bekommen«, so Michels erstes Zwischenfazit. Es gebe bereits Fragen nach weiteren Werten wie dem Vitamin-D-Spiegel oder auch den Leberwerten. Auch die venöse Vollblutabnahme kann sich Michel perspektivisch vorstellen.

Sobald die 300 Probanden erreicht worden sind, geht es in die wissenschaftliche Auswertung. Michel will ihren Herz- und Nierencheck dann weiterhin anbieten – gegebenenfalls als Selbstzahlerleistung. Beim Preis will sie sich am Zeitaufwand orientieren. »Es darf und muss sich auch lohnen, zumal die Leute hier nicht einfach nur ihre Werte, sondern auch eine fachliche Beratung dazu bekommen – und das sofort, ohne auf die Ergebnisse warten, allein zu Hause einen Brief interpretieren oder noch einmal wiederkommen zu müssen.«

Inspiriert haben sie entsprechende Angebote in anderen europäischen Ländern wie der Schweiz und Österreich. Apotheken seien das ideale Setting, um mehr Menschen als bislang mit Präventionsmaßnahmen zu erreichen und sie darüber hinaus an die Apotheke vor Ort zu binden.

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