| Alexander Müller |
| 18.09.2026 10:40 Uhr |
© Sandra Schneider/Spreekind-Fotografie / PZ
Die Ärzte sind gegen Impfungen in Apotheken. Das ist nichts Neues und auch nicht vollkommen unverständlich: Wenn eine vormals exklusive Tätigkeit für eine andere Berufsgruppe im Gesundheitswesen geöffnet wird, kann das zu Unsicherheit bis zu Verlustängsten führen. Dass die Kassenärztliche Vereinigung die Patientensicherheit vorschiebt, ist ein schmutziger Trick. Und dass es auch anders geht, hat die wertschätzende Diskussion der Heilberufe beim Themenforum des Deutschen Apothekertags (DAT) bewiesen.
Denn die Politik hat sich längst entschieden, das Impfangebot in Apotheken auszuweiten und sogar PTA mit einzubeziehen. Das ist konsequent, denn in den Praxen dürfen das auch MTA und MFA. Impfende Apotheken sind darüber hinaus bewährter Standard in europäischen Nachbarländern.
Und wenn Deutschlands oberste Virologin und Stiko-Mitglied Sandra Ciesek sich für Impfungen in Apotheken ausspricht, dann könnte auch der KBV-Spitze die Aussichtslosigkeit ihres Widerstands allmählich gewahr werden. Wird sie aber nicht. Sie ätzt mit beinahe peinlicher Boshaftigkeit gegen die neuen Angebote »in Apotheken und Drogerien« und kündigt die Kampagne »Impfen beim Profi« an.
Das Gute daran: Die Ärzteschaft bemüht sich endlich, die chronisch niedrigen Impfquoten zu steigern. Und wenn die KBV dabei aus Versehen darauf hinweist, dass sich die Menschen auch bei den Profis in den Apotheken impfen lassen können, hat sich der kurze Ärger sogar gelohnt.