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Abnehmmittel
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Was nach Semaglutid und Tirzepatid kommt

Semaglutid und Tirzepatid haben die Adipositastherapie grundlegend verändert – doch die Entwicklung neuer Abnehmmittel geht weiter. Triple-Agonisten wie Retatrutid, neue Kombinationen und muskelerhaltende Wirkstoffe könnten das nächste Kapitel aufschlagen.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 17.09.2026  13:00 Uhr

»Die Geschichte der Antiadiposita war lange Zeit eine Geschichte der Niederlagen«, sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt am Main auf der Messe Expopharm in München. Die Erfolge, die mit zugelassenen Medikamenten erzielt wurden, waren lange sehr übersichtlich. Mit den Inkretinmimetika hat die Geschichte der Antiadiposita aber seit einigen Jahren eine komplette Wendung genommen, insbesondere der GLP-1-Rezeptoragonist Semaglutid und Tirzepatid, das nicht nur am GLP-1-, sondern auch am GIP-Rezeptor als Agonist wirkt, reduzieren das Körpergewicht sehr deutlich.

Das nächste Kapitel in der Geschichte der Antiadiposita hat die Überschrift »oral verfügbare Inkretinmimetika« und ist längst aufgeschlagen. Anfang des Monats kam die Semaglutid-haltige Abnehmtablette Wegovy® hierzulande auf den Markt. Eines Tages wird der oral verfügbare GLP-1-Rezeptoragonist Orforglipron vermutlich folgen. Bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA ist ein Zulassungsantrag gestellt, in den USA ist der Wirkstoff zur Therapie der Adipositas seit April 2026 zugelassen.

Wie kann die Geschichte der Antiadiposita in der Zukunft weitergehen? Schubert-Zsilavecz informierte, dass sich einige neue Wirkstoffe in der späten Phase der klinischen Entwicklung befinden. Dazu zählt zum Beispiel der Triple-Agonist Retatrutid. Der Wirkstoff kombiniert die Aktivierung von drei Stoffwechselrezeptoren: GIP, GLP-1 und Glucagon. Letzteres soll Lipolyse und Fettsäureoxidation stimulieren. »Bisherige Daten legen nahe, dass Retatrutid eine sehr wirksame Substanz ist.«

Gute Chancen auf eine Markteinführung räumt Schubert-Zsilavecz auch einer Fixkombination aus Semaglutid und Cagrilintid, einem Analogon des Peptidhormons Amylin, das die Magenentleerung verzögert und zentral das Sättigungsgefühl verstärkt, ein. In den USA sei Ende vergangenen Jahres bereits die Zulassung von Cagri/Sema beantragt worden.

Zu den Anforderungen an ein neues Antiadipositum zählt auch, dass es das Fettgewebe reduziert, aber die Muskelmasse erhält. Schubert-Zsilavecz glaubt, dass auch das eines Tages erreichbar ist, zum Beispiel mit einer Kombination aus einem Inkretinmimetikum und einer muskelerhaltenden Substanz. Die Geschichte der Antiadiposita ist damit wohl noch lange nicht zu Ende erzählt.

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