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Diskussion auf der Expopharm
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»Apotheken müssen das Auge und Ohr des Arztes sein«

»Die Diagnosestellung ist eine ärztliche Tätigkeit«, betonte der CSU-Politiker Stephan Pilsinger auf der Expopharm. In der Panel-Diskussion »Apotheke der Zukunft« erklärte er gemeinsam mit ABDA-Vizepräsidentin Ina Lucas, wie die Zusammenarbeit zwischen der Apotheker- und der Ärzteschaft künftig gestärkt werden kann.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 17.09.2026  09:25 Uhr

»Apotheken müssen mehr das Auge und Ohr des Arztes sein«, sagte Pilsinger. Denn sie könnten Patientinnen und Patienten erreichen, die nicht in die Arztpraxis gehen. Durch mehr Point-of-Care-Testing (POCT) in den Apotheken würde das Präventionssystem vorankommen. So sollten Apotheken laut dem CSU-Politiker und Arzt Auffälligkeiten bei den Werten von Bluttestergebnissen erkennen können. Dennoch hob er hervor, dass die Entscheidung und die Therapie weiterhin beim Arzt liegen sollten. »Die Diagnosestellung ist eine ärztliche Tätigkeit.« Außerdem unterstrich er, dass die Qualität der Ergebnisse stimmen müsse.

Ina Lucas, Vizepräsidentin der ABDA und Präsidentin der Apothekerkammer Berlin, stellte klar, dass die Vor-Ort-Apotheke für Qualität stehe und sie diese Qualität auch nicht aufs Spiel setzen würde – etwa durch schlechte Tests oder Strukturen. Olaf Schulzeck vom Gesundheitsunternehmen Abbott Rapid Diagnostics betonte ebenfalls, dass es bereits Standards für POCT gebe, die auch für Apotheken gelten sollten. Andernfalls würde das Vertrauen der Patienten leiden. Ziel sei es nicht, möglichst viel zu testen, sondern die Patientinnen und Patienten herauszufiltern, die zur Ärztin oder zum Arzt weitergeleitet werden sollten.

Lucas: Gemeinsam das bessere Angebot machen

Jeder Mensch sei dankbar, wenn er mit einer Vertrauensperson über die Ergebnisse eines Tests sprechen könne. Zwar müssten Apotheken im Falle einer neuen präventiven Aufgabe, die Menschen mit den Auffälligkeiten ihrer Werte konfrontieren, aber auch deren Ängste einfangen und einordnen sowie ihre Medikation begleiten und sie gegebenenfalls an eine Ärztin oder einen Arzt verweisen.

Pilsinger hob hervor, dass Apothekerinnen und Apotheker die Möglichkeit haben sollten, in die jeweilige elektronische Patientenakte Informationen einzutragen. Somit könnten sie auch einsehen, wann die letzte Laboruntersuchung durchgeführt wurde, um die Situation besser einschätzen zu können. »Die Apotheke der Zukunft muss neue Tätigkeiten haben. Sie sollen neue Tätigkeiten übertragen bekommen, sie haben die Fähigkeit dazu«, so Pilsinger.

Eine weitere Idee des Arztes sind mobile Angebote, damit die Menschen die verfügbaren Angebote kennenlernen können. So könnte die Gesundheit der Menschen deutlich verbessert werden. Auch bei den Krankenkassen würde sich die Erkenntnis durchsetzen, dass Prävention wichtig ist. Dennoch sollten die Kassen auch eine entsprechende Vergütung für neue Leistungen festlegen, so der CSU-Politiker. Was die Vergütung neuer Aufgaben angeht, unterstrich Lucas, dass dabei auch die Kosten für die Fachkräfte berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig erkannte sie, dass das System aktuell über keine finanziellen Mittel verfügt.

Sie plädierte außerdem für eine bessere Patientenkoordination und Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. »Wenn wir das bessere Angebot gemeinsam für Patienten machen, dann profitieren alle davon«, so die Apothekerin. Auch um doppelte Strukturen im System zu vermeiden, sei eine Vernetzung zwischen den Apotheken und der Ärzteschaft entscheidend.

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