| Alexander Müller |
| 22.05.2026 12:20 Uhr |
Der Bundestag hat heute mit den Stimmen der Koalition das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz beschlossen. / © Imago / dts Nachrichtenagentur
Künftig können die Apothen alle Tot-Impfstoffe verimpfen und unter bestimmtem Umständen verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Vorliegen einer Verordnung abgeben. Außerdem werden neue pharmazeutische Dienstleistungen eingeführt. Kritisch gesehen wurde von der Apothekerschaft die PTA-Vertretung. Dies soll nur zur Aufrechterhaltung des Betriebs in Ausnahmesituationen zulässig sein und zunächst getestet werden. Die PZ hat über die Details des ApoVWG ausführlich berichtet.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Simone Borchardt (CDU), lobte die Leistungen der Apotheken als »niedrigschwelligsten Zugang der Menschen zum Gesundheitssystem«. Das ApoVWG bezeichnete sie als Erfolg, weil es die Rolle der Apotheken stärke. Sie versprach auch erneut, dass das Fixum gestaffelt erhöht werden soll und beim Versandhandel »noch nicht das letzte Wort gesprochen« sei. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) prüfe weitere Vorgaben für den Versandhandel. Das ApoVWG schaffe »gute Voraussetzungen auch für Apotheken in Ihrem Wahlkreis«, sagte Borchardt im Bundestag. Es sei auch der Grundstein für das Primärversorgungsgesetz.
Der AfD-Abgeordnete Martin Sichert kritisierte, dass neben der geplanten Honorarerhöhung vorgesehen sei, dass der Kassenabschlag erhöht und damit die Apotheken belastet würden. Das sei »völlig verrückte Schaumschlägerei«. Paula Piechotta von den Grünen wollte in einer Zwischenfrage wissen, ob nicht viele Apotheken gut verdienen würden. Sichert verwies auf den starken Rückgang der Apothekenzahl in der Fläche. Kritisch sieht die AfD die PTA-Vertretung, aber auch die Rx-Abgabe ohne Rezept.
Tanja Machalet (SPD) sieht das Gesetz der Koalition als klare Stärkung der Apotheken, die eben nicht nur Abgabestellen für Medikamente seien. Das System werde entlastet, Bürokratie werde abgebaut und die pharmazeutischen Dienstleistungen gestärkt. Machalet betonte, dass die PTA-Vertretung zunächst erprobt und evaluiert werden soll. Impfungen von gut geschulten PTA und PhiP seien ein gutes Mittel, um die Impfquoten zu erhöhen. »Mit neuen Aufgaben muss auch eine angemessen Vergütung einhergehen«, so Machalet. »Die Erhöhung des Fixums kommt!« Für eine Weiterentwicklung des Honorars sollen künftig mehr Daten erhoben werden.