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GLP-1-Rezeptoragonisten
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Effekt bei Brustkrebs zu groß, um wahr zu sein

GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) senken effektiv das Körpergewicht und den Blutzucker. Adipositas und Typ-2-Diabetes sind bei Brustkrebs nachteilig. Ergo sollten GLP-1-RA bei Brustkrebs vorteilhaft sein. Diesen vermeintlichen Zusammenhang wollen jetzt Forschende aus den USA gezeigt haben. Allerdings lässt das Studiendesign diese Schlussfolgerung gar nicht zu.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 20.05.2026  16:20 Uhr
Effekt bei Brustkrebs zu groß, um wahr zu sein

Im Fachjournal »JAMA Network« veröffentlichte ein Team um Kristina L. Tatum von der Virginia Commonwealth University in Richmond, USA, kürzlich die Ergebnisse einer retrospektiven Kohortenstudie. Ausgewertet wurden die Daten von Frauen, die in der Datenbank TriNetX erfasst waren und bei denen zwischen 2006 und 2023 die Diagnose Brustkrebs gestellt worden war. Es wurden drei Kohorten gebildet, die per Propensity-Score-Matching jeweils im Verhältnis 1:1 zusammengesetzt waren aus:

  • 1610 Patientinnen mit Adipositas (BMI ≥ 30), die entweder einen GLP-1-RA anwendeten oder nicht,
  • 2323 Patientinnen mit Typ-2-Diabetes, die entweder einen GLP-1-RA anwendeten oder Insulin beziehungsweise Metformin und
  • 4052 Patientinnen mit Typ-2-Diabetes, die entweder einen GLP-1-RA oder einen SGLT2-Inhibitor anwendeten.

Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben (OS) und der sekundäre Endpunkt das rezidivfreie Überleben (RFS), beide wurden sowohl fünf als auch zehn Jahre nach der Diagnose erfasst.

In Kohorte 1, die aus adipösen Patientinnen bestand, zeigte sich dabei ein erheblicher Vorteil in der GLP-1-RA-Gruppe: Anwenderinnen hatten ein deutlich geringeres Sterberisiko als Frauen, die diese Präparate nicht anwendeten (Hazard Ratio OS nach zehn Jahren: 0,35). In absoluten Zahlen bedeutete das, dass nach fünf Jahren in der GLP-1-RA-Gruppe noch 97,4 Prozent der Frauen am Leben waren und nach zehn Jahren noch 96,0 Prozent, während von denjenigen, die kein solches Medikament anwendeten, nach fünf Jahren noch 93,2 Prozent und nach zehn Jahren noch 88,6 Prozent lebten. Auch die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs war in der GLP-1-RA-Gruppe deutlich geringer (Hazard Ratio RFS nach zehn Jahren: 0,44).

Bei den Patientinnen mit Typ-2-Diabetes ergab sich im Vergleich mit Insulin oder Metformin ein riesiger Vorteil für die GLP-1-RA: Nach zehn Jahren betrug die Hazard Ratio für das OS 0,09 (relative Risikoreduktion um 91 Prozent) und für das RFS 0,33 (relative Risikoreduktion um 67 Prozent). Zwischen den SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-RA waren dagegen keine signifikanten Unterschiede nachweisbar.

Ihre Ergebnisse »legen einen potenziellen Zusammenhang nahe zwischen der Anwendung von GLP-1-RA und besseren Outcomes bei Patientinnen mit Brustkrebs und Adipositas sowie damit zusammenhängenden metabolischen Leiden«, schreiben die Autoren. GLP-1-RA sollten daher bei Brustkrebs-Patientinnen in randomisierten klinischen Studien getestet werden.

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