Laut Änderungsanträgen der Regierungsfraktionen soll die vorübergehende Aufrechterhaltung des Apothekenbetriebs durch erfahrene PTA erprobt werden. / © Getty Images/Tom Werner
Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Der PZ liegen jetzt Änderungsanträge von Union und SPD vor. Die bisherigen Pläne aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) sehen vor, dass PTA unter bestimmten Umständen vorübergehend den Inhaber einer Apotheke vertreten können. Dies soll aber nur auf Antrag möglich sein und zunächst erprobt werden.
Wegen der potenziell systemsprengenden Gefahr, die von einer solchen Lockerung der Leitungspflicht ausgeht, hatte die ABDA immer wieder vor der »PTA-Vertretung« gewarnt. Die Regierungsfraktionen von Union und SPD wollen das Thema zwar noch einmal angehen, aber nicht gänzlich streichen.
Laut Änderungsanträgen von CDU/CSU und SPD ist vorgesehen, dass »im Rahmen einer praktischen Erprobung die vorübergehende Aufrechterhaltung des Apothekenbetriebs durch erfahrene PTA unter bestimmten Bedingungen ermöglicht und evaluiert« werden soll. Anstelle einer Vertretungssituation werde »die vorübergehende Aufrechterhaltung des Betriebs als zentrales Kriterium verankert«, heißt es. Die Maßnahme wird mit dem Fachkräftemangel und zur Sicherstellung der Apothekenversorgung begründet.
Unter dem Stichpunkt »Delegation Impfen in Apotheken« beantragen die Fraktionen, dass PTA sowie Pharmazieingenieure und Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) nach erfolgreicher ärztlicher Schulung Impfungen durchführen dürfen. Zugleich wird klargestellt, dass Aufklärung, Anamnese, Einholen der Einwilligung der zu impfenden Person sowie die Impfdokumentation nach § 22 Infektionsschutzgesetz (IfSG) bei impfberechtigten Approbierten verbleiben sollen.
Weiter heißt es: »Die Bundesapothekerkammer entwickelt in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer ein Curriculum für die ärztliche Schulung.« Zudem sollen Folgeänderungen in der Apothekenbetriebsordnung vorgenommen werden. Vergangene Woche hatte die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer (BAK) beschlossen, dass die PTA-Weiterqualifizierung vorangetrieben werden soll.