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Endokrinologie
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Aus PCOS wird PMOS

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) soll umbenannt werden. Das wurde kürzlich auf dem Europäischen Kongress für Endokrinologie in Prag bekanntgegeben. Der neue Name »polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom« (PMOS) wird den zugrundeliegenden Hormonstörungen mit Auswirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit besser gerecht.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 15.05.2026  09:00 Uhr

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) soll fortan polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) heißen. An dem mehrstufigen globalen Konsensprozess zur Umbenennung waren 56 Fachgesellschaften und Patientenorganisationen beteiligt. Das Positionspapier wurde im Fachjournal »The Lancet« veröffentlicht. Jede achte Frau ist von der Erkrankung betroffen, weltweit also mehr als 170 Millionen Frauen. Sie ist  durch ein hormonelles Ungleichgewicht etwa bei Insulin, Anrdogenen und weiblichen Sexualhormonen gekennzeichnet, das sich auf Gewicht, Stoffwechsel, psychische Gesundheit, Haut und Fortpflanzungssystem auswirkt.

»Wir wissen heute, dass es tatsächlich keinen Anstieg abnormaler Zysten am Eierstock gibt und die vielfältigen Merkmale der Erkrankung oft nicht erkannt wurden«, erklärte Professor Dr. Helena Teede, Leiterin des Monash Centre for Health Research & Implementation in Melbourne, Australien, die federführend an dem Konsensusprozess beteiligt war, auf dem Kongress in Prag. Bis zur Diagnosestellung vergingen nach mehreren Facharztkonsultationen oft bis zu zwei Jahre.

Durch den neuen Namen sollen Diagnose, Versorgung, Forschung und öffentliche Wahrnehmung verbessert werden. Die Umsetzung soll schrittweise nach Veröffentlichung des Konsenspapiers erfolgen (etwa in Informationsmaterial und Leitlinien) und innerhalb von drei Jahren weitgehend umgesetzt sein.

Multifaktorielles Geschehen

Anders als die alte Bezeichnung PCOS suggeriert, haben Frauen mit der Erkrankung keine Eierstockzysten. Die Auffälligkeiten im Ultraschall stellen vielmehr viele kleine Antralfollikel dar, also unreife Eibläschen, die Zysten ähneln. Da sich dieses Bild auch bei Frauen ohne PMOS findet, darf der Ultraschall allein nicht zur Diagnosestellung herangezogen werden. Weitere Untersuchungen zur gesicherten Diagnose sind zwingend erforderlich.

Dem PMOS liegen hormonelle Dysregulationen zugrunde, die auch den Stoffwechsel beeinflussen und zahlreiche Auswirkungen haben. So weisen Patientinnen mit PMOS vermehrt eine gestörte Glucosetoleranz, mit Stoffwechselstörungen assoziierte steatotische Lebererkrankungen, Typ-2-Diabetes, Dyslipidämie, Bluthochdruck und vaskuläre Dysfunktion auf. Diese werden durch Adipositas verschärft. In der Folge haben prämenopausale Frauen mit PMOS ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Klinisch äußern sich die Hormon-Dysbalancen als Ovulations- und Menstruationsstörungen sowie Unfruchtbarkeit. Dennoch ist es – entgegen früherer Annahmen – für betroffene Patientinnen möglich, schwanger zu werden. Allerdings begünstigen die Störungen Komplikationen wie einen Schwangerschaftsdiabetes. Wichtig ist zudem, dass die hormonellen Dysbalancen auch über die fruchtbare Zeit hinaus bestehen bleiben. Weitere Merkmale sind psychische und dermatologische Veränderungen.

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