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Adipositas
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Survodutid senkt Körpergewicht deutlich

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat positive Topline-Ergebnisse der Phase-III-Studie Synchronize-1 bekanntgegeben. In dieser wird der Arzneistoffkandidat Survodutid als Mittel zum Abnehmen getestet.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 30.04.2026  13:30 Uhr

Survodutid wirkt als Agonist am GLP-1-Rezeptor und als Agonist am Glucagon-Rezeptor. Der GLP-1-Agonismus reduziert unter anderem den Appetit und steigert das Sättigungsgefühl. Das ist von anderen Inkretinmimetika, etwa Semaglutid und Dulaglutid, bereits bekannt. Neu ist der Glucagon-Agonismus. Dieser setzt in der Leber an und reduziert dort vermutlich den Fettgehalt. Zudem reguliert er metabolische Funktionen, reduziert Entzündungen und verbessert fibrotische Veränderungen.

Synchronize-1 ist eine doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie über 76 Wochen, die Wirksamkeit und Sicherheit von Survodutid bei 725 erwachsenen Personen mit Adipositas oder Übergewicht ohne Typ-2-Diabetes untersucht. Die Teilnehmenden erhielten einmal wöchentlich eine Injektion von Survodutid oder Placebo. Die primären Endpunkte der Studie sind die prozentuale Veränderung des Körpergewichts vom Ausgangswert bis Woche 76 sowie das Erreichen einer Gewichtsreduktion von mindestens 5 Prozent vom Ausgangswert bis Woche 76.

Durchschnittlich 16,6 Prozent Verlust vom Ausgangsgewicht

Unter Verum nahmen die Patienten nach 76 Wochen im Durchschnitt 16,6 Prozent des Körpergewichts ab, unter Placebo nur 3,2 Prozent. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant. Die Studie erreichte auch den zweiten primären Endpunkt: Bis zu 85 Prozent der Patienten, die mit Survodutid über 76 Wochen behandelt wurden, erzielten eine Reduktion des Körpergewichts von mindestens 5 Prozent, verglichen mit 39 Prozent im Placeboarm.

Erste Analysen deuten laut Boehringer Ingelheim darauf hin, dass der Gewichtsverlust unter Survodutid überwiegend auf einen Abbau von Fettgewebe zurückzuführen ist, während die fettfreie Körpermasse lediglich einen geringen Anteil zum gesamten Gewichtsverlust beitrug.

Wie bei GLP-1-basierten Therapien zu erwarten war, wurden gastrointestinale Ereignisse beobachtet, wobei Therapieabbrüche häufiger während der Phase der Dosiseskalation auftraten.

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