| Ev Tebroke |
| 22.07.2026 16:05 Uhr |
Novo Nordisks Abnehmspritze Wegovy: Einst Pionier und Marktführer in der Adipositas-Therapie, hat der dänische Konzern nun mit Hersteller Eli Lilly einen großen Konkurrenten. / © Imago Images/NTB
Wie Novo Nordisk bekannt gab, hat das Unternehmen am 21. Juli beim US-Bundesgericht New Jersey Klage eingereicht, weil Eli Lilly in einer Werbekampagne seine Medikamente als besser wirksam darstelle und sich dabei bewusst auf veraltete Studien beziehe.
Der Beschwerde zufolge vergleicht Eli Lilly die höchste injizierbare Dosis seiner Medikamente gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes (Zepbound, Mounjaro) mit niedrigeren Dosen der Medikamente von Novo Nordisk (Wegovy, Ozempic) und stelle die Ergebnisse irreführend als Beweis für eine breite, produktspezifische Überlegenheit dar. Dabei bleibe etwa die hoch dosierte Wegovy-Variante, die im März dieses Jahres in den USA zugelassen wurde, unberücksichtigt. Nach Angaben von Novo Nordisk hat diese eine ähnlich starke Gewichtsabnahme erzielt wie die Produkte von Eli Lilly.
»Wenn neue und wirksamere Behandlungsoptionen verfügbar werden, verdienen die Menschen genaue Informationen, die den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen und ihnen helfen, informierte Behandlungsentscheidungen zu treffen«, sagte John F. Kuckelman, Senior-Vizepräsident und Chefsyndikus von Novo Nordisk. Gesundheitsunternehmen hätten die Verantwortung, ihre öffentlichen Aussagen genau und aktuell zu halten – unwirksame, kleingedruckte Haftungsausschlüsse würden nicht den irreführenden Eindruck beheben, der durch große nationale Kampagnen erzeugt werde.
Die Klage folge auf Lillys Weigerung, bestimmte Anzeigen zurückzuziehen oder erheblich zu korrigieren, trotz einer formellen Unterlassungsaufforderung von Novo Nordisk. Man habe Lilly außerdem mitgeteilt, dass Novo Nordisk beabsichtige, gegebenenfalls in den kommenden Tagen einen formellen Antrag beim Gericht auf Erlass einer vorläufigen Verfügung zu stellen, um diese Anzeigen sofort zu blockieren, sofern Verbraucher durch Lillys Werbung verwirrt und in die Irre geführt werden.
Der in der Anzeige gezogene Vergleich von Zepbound mit Wegovy sei besonders irreführend, weil es keine Head-to-Head-Studie gebe, die die höchsten Dosen dieser beiden Medikamente vergleicht. »Diese Verbraucherkampagne wurde während kürzlich global weit verbreiteter Sportübertragungen sowie auf TikTok und Facebook ausgestrahlt und führte zu weit verbreiteter Verwirrung«, teilte Novo Nordisk am Dienstag mit.