Die Therapie der Amyloidosen hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Ziel ist immer, die Bildung und Ablagerung fehlgefalteter Proteine zu verhindern oder zumindest deutlich zu verlangsamen.
Dabei werden je nach Subtyp der Amyloidose verschiedene Therapieansätze verfolgt. Bei der AA-Amyloidose steht die Behandlung der chronischen Entzündung mit Senkung des SAA-Spiegels im Vordergrund. Die Eliminierung des pathologischen Plasmazellklons wird bei der AL-Amyloidose angestrebt. Besonders bei der ATTR-Amyloidose wurden in den letzten Jahren zahlreiche neue innovative Arzneistoffe entwickelt, die das Transthyretin stabilisieren oder seine Synthese hemmen und damit den Krankheitsverlauf deutlich bremsen.
Burkhard Kleuser studierte Chemie und Lebensmittelchemie sowie Biochemie und Molekularbiologie an den Universitäten Wuppertal und Hamburg. Im Jahr 2002 habilitierte er sich und erhielt die Lehrbefähigung für das Fach Pharmakologie und Toxikologie. Kleuser wurde 2006 zum Professor für Pharmakologie und Toxikologie an die FU Berlin berufen. Von 2009 bis 2020 bekleidete er den Lehrstuhl für Toxikologie am Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Potsdam. Seit August 2020 leitet er die Abteilung Pharmakologie und Toxikologie am Pharmazeutischen Institut der FU Berlin.