Mit der zunehmenden Ausbreitung potenzieller Vektoren gewinnt der effektive Schutz vor Mücken- und Zeckenstichen auch hierzulande an Bedeutung. Besonders wichtig ist das für Kinder, die auf viele Infektionen empfindlicher reagieren als Erwachsene.
Repellentien mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin gelten als wirksamste chemische Barriere. Beide halten auch Zecken fern – sowohl einheimische als auch die tropische Hyalomma-Zecke. Icaridin wird für Kinder ab einem Jahr empfohlen, DEET erst ab drei Jahren und nicht für Schwangere oder Stillende. Die Wirkdauer richtet sich vor allem nach der Dosierung; gegen Stechinsekten ist sie meist länger als gegen Zecken.
Mückenschutzmittel auf Pflanzenbasis bieten deutlich geringeren und kürzer anhaltenden Schutz. Am besten schneidet hier das Öl des Zitroneneukalyptusbaums ab. Je nach Präparat kann es bei Kindern ab sechs Monaten angewendet werden.
Insektenabwehrsprays sind bereits für Kinder ab einem Jahr im Handel. / © Shutterstock/Tatevosian Yana
Entscheidend für die Wirksamkeit von Repellentien ist die lückenlose und wiederholte Applikation – insbesondere nach Kontakt mit Wasser oder bei starkem Schwitzen. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Arten stechen Aedes-Mücken nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber.
Wird ein Sonnenschutzmittel benötigt, sollte man dieses grundsätzlich zuerst auftragen, eine Viertelstunde danach dann das Repellent. Kombinationspräparate, die gleichzeitig vor Insekten und Sonneneinstrahlung schützen, halten die meisten Dermatologen für weniger sinnvoll.
Zusätzlich verringert körperbedeckende, helle und weite Kleidung die Wahrscheinlichkeit von Mückenstichen. Um Zecken abzuhalten, steckt man beim Spaziergang durch Feld, Wald und Wiese am besten die Hose in die Socken. Nach dem Ausflug gilt es, den ganzen Körper nach Krabbeltieren abzusuchen – insbesondere bei Kindern. Feinmaschige Fliegengitter am Fenster schützen effektiv und nachhaltig; auch eine Klimaanlage im Zimmer reduziert die Stechlust von Insekten.
Bei Reisen in den Mittelmeerraum kann ein Moskitonetz über dem Bett zusätzliche Sicherheit bringen. Eine Imprägnierung mit einem insektenabtötenden Kontaktmittel wie Permethrin erhöht die Effektivität, wird aber vorwiegend für Reisen in Risikoländer empfohlen. Wichtig ist eine ausreichende Größe des Netzes, um versehentliche Berührungen im Schlaf zu vermeiden. In Regionen, in denen Sandmücken verbreitet sind, sollte das Netz eine besonders feine Maschengröße aufweisen (1000 Mesh).
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Reduktion von Brutstätten im direkten Lebensumfeld. Invasive Aedes-Mücken nutzen kleinste Wasseransammlungen zur Eiablage. Blumentopfuntersetzer, offene Regentonnen, verstopfte Dachrinnen oder auch liegen gebliebenes Spielzeug im Garten können als Brutplätze dienen. Für die Prävention bedeutet das: regelmäßige Kontrolle und konsequentes Beseitigen stehender Wasseransammlungen.
Auf kommunaler Ebene wird vor allem am Oberrhein das Biozid Bti (Proteinkristalle des Bakteriums Bacillus thuringiensis israelensis) eingesetzt, das auf aquatische Tiger- und andere Stechmückenlarven toxisch wirkt.
Clara Wildenrath ist Diplom-Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin. Sie berichtet sowohl für Fachkreise als auch für Laien über Grundlagen und Neuerungen in der Medizin. Zu ihren Schwerpunktthemen gehören unter anderem die Gynäkologie, Immunologie und Biochemie.