Auch das hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber kam vor einigen Jahren in Europa an. Bislang werden autochthone Infektionen nur vereinzelt registriert. Als »Hotspot« gilt die westspanische Provinz Salamanca. Sie meldet seit 2016 jedes Jahr im Schnitt zwei bis drei Erkrankungsfälle. Dort sind nicht nur die virusübertragenden Hyalomma-Zecken weitverbreitet, sondern auch viele Wild-, Nutz- und Haustiere infiziert. Sporadische Fälle traten in Griechenland und mehreren osteuropäischen Ländern auf.
Ansteckungsgefährdet sind insbesondere Waldarbeiter – und medizinisches Personal, da das Virus auch durch direkten Blutkontakt übertragen werden kann.
Das Krim-Kongo-Fieber äußert sich anfangs oft durch unspezifische grippeähnliche Symptome, manchmal begleitet von erhöhter Lichtempfindlichkeit. Bei mehr als 80 Prozent der Infizierten verläuft es milde oder symptomlos. In schweren Fällen kann es jedoch zu lebensbedrohlichen inneren und äußeren Blutungen mit Organfunktionsstörungen und Schockzuständen kommen. Etwa jeder dritte Patient verstirbt. Wie bei den anderen viralen Tropenerkrankungen steht auch hier keine ursächliche Therapie zur Verfügung.
Auch mit dem Zika-Virus haben sich Menschen bereits innerhalb von Europa angesteckt: Im Jahr 2019 notierte das ECDC erstmals drei lokal durch Aedes-Mücken übertragene Infektionen an der französischen Côte d’Azur. Neue Fälle wurden seitdem nicht bekannt. Meist verursacht die Infektion nur milde oder gar keine Symptome und bleibt deshalb unbemerkt. In der Schwangerschaft kann das Zika-Virus jedoch zu Fehlbildungen des Fetus führen.

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Die Leishmaniose ist im gesamten Mittelmeerraum endemisch und tritt besonders in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland regelmäßig auf. Der Erreger ist ein einzelliger Parasit (Leishmania). Als Vektoren fungieren Sandmücken der Gattung Phlebothomus, die auch in Süddeutschland bereits nachgewiesen wurden. In Spanien gilt rund die Hälfte aller Hunde als Leishmania-Träger. Einzelne autochthone Übertragungen auf Menschen wurden auch in Deutschland bekannt.
Anders als arbovirale Infektionen ist die Leishmaniose nicht meldepflichtig; deshalb liegen kaum aussagekräftige Daten zur Ansteckungsgefahr vor.
Die in Europa vorherrschende Form bleibt meist auf die Haut beschränkt (kutane Leishmaniose). Zwei bis acht Wochen nach dem Stich einer Sandmücke bildet sich eine kleine Wunde, die sich zu einem oder mehreren größeren, meist schmerzlosen Geschwüren auswachsen kann. Nach Wochen bis Monaten heilen die Läsionen in der Regel narbig ab. Wenn sich der Erreger über das Blut und die Lymphe ausbreitet, kann er innere Organe angreifen. Ohne Behandlung verläuft diese viszerale Form oft tödlich.