Eine der häufigsten autochthonen, also lokal erworbenen Tropeninfektionen in Europa ist Chikungunya. 2025 registrierte das ECDC in den Monaten Mai bis November 788 Fälle in Frankreich und 384 in Italien. Die meisten Ausbrüche gab es an der Côte d’Azur und der südlichen französischen Atlantikküste. Einzelne Fälle wurden auch aus dem Elsass gemeldet, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Baden-Württemberg. Dass sich Menschen innerhalb von Deutschland mit Chikungunya-Viren angesteckt haben, ist bislang nicht bekannt.
In Italien konzentriert sich das Infektionsgeschehen vor allem auf die Region Emilia-Romagna rund um Modena im Norden. Hier trat Chikungunya 2007 zum ersten Mal in größerem Umfang außerhalb der Tropen auf; seither kommt es dort immer wieder zu lokalen Clustern.
Vergleichsweise gering ist dagegen die Zahl der importierten Infektionen bei Reiserückkehrern. Laut der letzten Zahlen vom ECDC lag sie 2022 bei 64 in ganz Europa; allerdings gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus.
Klinisch macht sich die Erkrankung vor allem durch hohes Fieber und massive Gelenkschmerzen bemerkbar. Letztere sind oft so stark, dass Betroffene kaum aufrecht gehen können. Die Körpertemperatur steigt in der Regel drei bis sieben Tage nach der Infektion rasch an und sinkt nach wenigen Tagen wieder. Dazu kommt gelegentlich eine Bindehautentzündung und/oder ein juckender Hautausschlag mit punktförmigen Blutungen, eventuell auch an den Schleimhäuten in Nase und Mund.
Bei den meisten Menschen heilt die Viruserkrankung nach einer bis zwei Wochen von selbst wieder ab. Insbesondere ältere oder vorerkrankte Patienten leiden jedoch manchmal mehrere Jahre an chronischen Gelenkschmerzen. Die Therapie erfolgt ausschließlich symptomatisch durch Fiebersenker und Schmerzmittel wie Paracetamol.