Neben den klassischen vektorübertragenen Erkrankungen rücken in Europa zunehmend auch Zoonosen in den Fokus, die primär in tropischen Ländern beheimatet sind.
Mpox (früher: Affenpocken) tritt seit einem großen Ausbruch mit mehreren Tausend Infizierten im Sommer 2022 in zahlreichen europäischen Ländern auf – regelmäßig auch in Deutschland. Im Jahr 2025 notierte das RKI rund 500 Mpox-Diagnosen, überwiegend bei Menschen ohne Reisehintergrund. Das Virus wird durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Bisher waren vor allem Männer betroffen, die Sex mit Männern hatten.
Hoffentlich hat der Vierbeiner keine Tollwut. / © Shutterstock/Flystock
Meist verläuft die Mpox-Erkrankung milde. Sie beginnt vier Tage bis drei Wochen nach dem Kontakt mit einer infizierten Person mit unspezifischem Krankheitsgefühl. Etwa zur gleichen Zeit entwickeln sich schmerzhafte Hautläsionen, die schließlich verkrusten und abfallen. Infizierte sind ansteckend, solange sie Symptome haben. Eine zugelassene spezifische antivirale Therapie steht nicht mehr zur Verfügung, nachdem die EMA kürzlich empfahl, das Virustatikum Tecovirimat wegen mangelnder Wirksamkeit bei Mpox nicht mehr einzusetzen.
Die Tollwut ist in Deutschland seit 2006 bei terrestrischen Wild- und Haustieren ausgerottet. Auch die meisten anderen europäischen Länder gelten als tollwutfrei. Dennoch persistiert das Rabies-Virus vielerorts in Fledermauspopulationen. In Osteuropa – etwa in Rumänien, der Ukraine oder Bulgarien – und in der Türkei kommt es noch bei Wild- und Haustieren vor.
Menschen können sich mit Tollwut-Viren anstecken, wenn sie von einem infizierten Tier gebissen oder gekratzt werden oder dessen Speichel durch ungewaschene Hände an die Schleimhäute gelangt. Die Inkubationszeit beträgt oft mehrere Monate, manchmal sogar Jahre. Nach anfänglichem Unwohl-sein und neurologischen Symptomen kommt es zu Krämpfen und Delirium. Fast immer endet die Erkrankung nach wenigen Tagen tödlich.

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Gegen einige Tropenkrankheiten gibt es inzwischen Impfungen, etwa gegen Dengue und Chikungunya. Ob diese bei einer besonderen Gefährdung im Einzelfall auch für Reisende innerhalb Europas sinnvoll sein können, sollte ein tropenmedizinisch versierter Arzt entscheiden. Zur Chikungunya-Impfung rät die STIKO in erster Linie bei Reisen in Gebiete mit aktuell bekannten Ausbrüchen. Eine Impfung gegen Dengue ist nach bisheriger Datenlage nur Erfolg versprechend, wenn die Person bereits eine Dengue-Infektion durchgemacht hat.
Eine Impfung gegen Tollwut kann für manche Balkanländer sowie angrenzende Staaten wie die Türkei sinnvoll sein, wenn man dort viel mit Tieren zu tun hat. Solange Urlauber Tierkontakte in diesen Ländern meiden – und auch ihre Kinder zur Vorsicht mahnen –, hält sich die Ansteckungsgefahr in Grenzen.
Eine Mpox-Impfung empfiehlt die STIKO für Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko: insbesondere für Männer (inklusive trans- und nicht binäre Personen), die Sex mit wechselnden Männern haben, sowie Sexarbeitende. Bei Bedarf kann sie auch als Postexpositionsprophylaxe nach engem Kontakt mit einer erkrankten Person oder infektiösem Material eingesetzt werden.