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PhiP im HV
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Beratung zum Rauchstopp

Etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland raucht. Viele von ihnen versuchen früher oder später damit aufzuhören – Gründe gibt es mehr als genug. Welche das sind und was es bei der Beratung entwöhnungswilliger Raucher zu beachten gilt, erklärt der 16. Teil der Campusserie »PhiP im HV«. 
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 17.06.2022  09:00 Uhr

Nikotinersatztherapie

Bei der NET wird ehemaligen Rauchern vorübergehend Nikotin zur Verfügung gestellt, ohne dass sie dabei den begleitenden Schadstoffen aus dem Tabakrauch ausgesetzt sind. Laut Leitlinie ist die Wirksamkeit durch randomisierte, kontrollierte Studien belegt. Es stehen nikotinhaltige Präparate in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung, die sich vor allem durch die Kinetik der Nikotinfreisetzung unterscheiden. Bei der Anwendung von Kaugummis, Inhalern, Lutschtabletten sowie Sprays flutet Nikotin schneller an als bei Pflastern. Somit eignen sie sich vor allem zur Bedarfstherapie, also wenn die Lust nach einer Zigarette aufkommt. Das Inhalieren, Kauen oder Lutschen dient dann zugleich als Ersatzbeschäftigung. Nikotinkaugummis sind langsam über eine halbe Stunde zu kauen, wobei die Kauseite regelmäßig wechseln sollte. So kann das Nikotin in ausreichendem Maß über die Mundschleimhaut resorbiert werden. Auch Lutschtabletten sollten im Mund regelmäßig hin- und herbewegt werden.

Nikotinpflaster erzeugen einen kontinuierlichen Wirkspiegel und sollen so vor auftretenden Entzugserscheinungen schützen. Ehemals starke Raucher können Pflaster auch mit anderen Darreichungsformen kombinieren. Die Dosierung der NET richtet sich nach der Menge der zuvor gerauchten Zigaretten und sollte nach und nach reduziert werden. Maximale Tagesdosen sind stets zu beachten.

Wechselwirkung Rauchstopp

Äußert ein Patient das Vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte das Apothekenpersonal stets im Hinterkopf haben: Rauchstopp kann wechselwirken! Im Zigarettenrauch enthaltene polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe induzieren CYP1A2. So kann eine Zigarettenabstinenz – auch unter NET – die Plasmaspiegel von Substraten dieses Enzyms erhöhen. Dazu gehören Arzneistoffe wie Theophyllin, Clozapin oder Olanzapin. Betroffene Patienten sollten vor einem Rauchstopp mit ihrem behandelnden Arzt Rücksprache halten.

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