Wie die antiinflammatorischen Effekte bei den genannten Diäten zustande kommen, erläutern die Autorinnen in dem Review. So enthalten etwa Fisch und Nüsse neben einfach ungesättigten Fettsäuren auch mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren. Beide unterdrücken die Produktion inflammatorischer Zytokine und die Expression entzündungsfördernder Gene.
Ein hoher Gehalt an Ballaststoffen fördert die Darmgesundheit. Es entwickelt sich ein vielfältiges und nützliches Mikrobiom, dessen Bakterien kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat produzieren. Diese kurzkettigen Fettsäuren können die Darmbarriere stabilisieren und das Immunsystem regulieren. Zusätzlich binden Ballaststoffe im Darmlumen sowohl Gallensäuren als auch Toxine. Diese werden ausgeschieden und gelangen so gar nicht erst in den Blutkreislauf.
Zuletzt ist eine pflanzenbasierte Ernährung reich an Polyphenolen. Diese stark antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzeninhaltsstoffe finden sich nahezu in jedem pflanzlichen Lebensmittel: in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und sogar Olivenöl. Polyphenole reagieren im Körper mit reaktiven Sauerstoffspezies und reduzieren so oxidativen Stress. Auch sie können proinflammatorische Signalwege hemmen. Besonders reich an Polyphenolen sind etwa dunkle Schokolade, grüner Tee und Beeren.
Doch wie stark ist der Effekt in Studien? Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 bewertete den Einfluss antientzündlicher Ernährung auf Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen (»Frontiers in Nutrition«). Der systolische Blutdruck lag bei entzündungshemmender Ernährung im Vergleich zu einer üblichen Mischkost durchschnittlich 3,99 mmHg tiefer, der diastolische 1,82 mmHg. Auch LDL-Cholesterol, Gesamtcholesterol und hochsensitives CRP, ein etablierter Entzündungsmarker, fielen günstiger aus.
Ein Forschungsteam um Katja Schönenberger von der Universität Bern untersuchte in einer Metaanalyse den Einfluss antiinflammatorischer Ernährungsformen auf Schmerzen bei rheumatoider Arthritis (»Nutrients« 2021). Tatsächlich stellte es im Vergleich zu einer gewöhnlichen Ernährung eine signifikante Schmerzreduktion fest. Auf einer 100-Millimeter-Schmerzskala gaben die Patienten mit der entzündungshemmenden Diät durchschnittlich 9,22 Millimeter weniger an als die Kontrollgruppe. Die Autorinnen stufen die Evidenz aber als sehr niedrig ein, da die eingeschlossenen Studien starken Verzerrungen unterliegen.