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Antiinflammatorische Diät
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Welche Ernährung gegen Entzündungen wirkt

Chronische Entzündungen machen krank. Unter anderem Typ-2-Diabetes oder die rheumatoide Arthritis können so entstehen. Doch eine bestimmte Form der Ernährung kann da gegensteuern.
AutorKontaktLina Müller
Datum 23.09.2026  07:00 Uhr

Chronische niedrigschwellige Entzündungen gelten als Treiber von nicht übertragbaren Krankheiten. Durch den anhaltenden Entzündungszustand werden vermehrt Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) oder Zytokine gebildet. Das stört physiologische Prozesse und kann zum Beispiel eine Insulinresistenz begünstigen oder die Immunregulation beeinträchtigen. In der Folge können sich chronische Erkrankungen entwickeln – von rheumatoider Arthritis über Typ-2-Diabetes bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Diese Vorgänge lassen sich aber abmildern: zum Beispiel durch ausreichend Sport, Rauchverzicht und eine gesunde Ernährung. Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, wie Nahrungsmittel Entzündungsprozesse beeinflussen. So korrelieren etwa Ernährungsmuster, die den Verzehr wenig verarbeiteter und pflanzlicher Lebensmittel betonen, mit weniger Entzündungen und chronischen Erkrankungen.

Eine antientzündliche Diät kann sich also positiv auswirken. Auf deren Vorteile weist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf ihrer Website hin. Die Ernährungsform vermindere Entzündungen in den Blutgefäßen bei kardiovaskulären Erkrankungen und senke das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch bei anderen Erkrankungen zeigten sich positive Effekte. Die DGE nennt etwa Adipositas, Typ-2-Diabetes, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und sogar Alzheimer und Parkinson.

Welche Lebensmittel als antientzündlich gelten

»Eine antientzündliche Ernährung folgt dem Grundprinzip, gezielt entzündungshemmende Lebensmittel zu bevorzugen«, schreibt die DGE. »Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem pflanzliche Lebensmittel, die reich an ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen sind.« Entzündungsfördernd sei laut DGE der häufige Konsum »von stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Fast Food, Fertigprodukten, Snacks und zuckerhaltigen Getränken«.

Es kommt auf das Zusammenspiel an

Bei der Frage, wie eine antientzündliche Ernährung aussieht, habe die Ernährungsforschung einen Wandel vollzogen, schreiben Wissenschaftlerinnen um Dr. Gynette Reyneke von der University of South Wales in Wales in einer Übersichtsarbeit im Fachmagazin »Nutrition Reviews«. Während früher einzelne Nährstoffe auf ihre Effekte hin untersucht wurden, stehe jetzt ein ganzheitlicher Ansatz im Vordergrund. Dieser betone, dass das komplexe Zusammenspiel zwischen mehreren Nährstoffen, Lebensmitteln und Getränken einen größeren Einfluss auf den Gesundheitszustand hat als einzelne Bestandteile.

Das Team beschreibt die antientzündliche Ernährungsform genauer: Sie sei reich an komplexen Kohlenhydraten, Magnesium, Ballaststoffen und Antioxidantien. Daher haben Diäten, die auf Gemüse, Früchten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Samen basieren, eine antientzündliche Wirkung. Beispiele sind hier etwa die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension), die Portfolio- und die Mittelmeer-Diät.

Die mediterrane Diät ist die am besten untersuchte Ernährungsform. Sie zeichnet sich ebenfalls durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln aus. Auch Fisch und Geflügel stehen auf dem Speiseplan. Olivenöl oder andere hochwertige pflanzliche Öle stellen dabei die Hauptquelle für Nahrungsfett dar. Die entzündungshemmenden Effekte sind hier gut belegt. So senkte die Ernährungsform in Studien beispielsweise die Level von CRP, IL-6 und anderen proinflammatorischen Botenstoffen, während der Spiegel des antiinflammatorischen Adiponectins angehoben wird, berichtet das Team um Reyneke.

Anders sieht das bei Ernährungsweisen wie der ketogenen oder veganen Diät aus, bei denen die antientzündliche Wirkung nicht gut belegt ist. Die Autorinnen liefern hierfür eine Erklärung: Diese Ernährungsformen definieren sich stärker darüber, was nicht gegessen werden darf. Somit landen teils völlig unterschiedliche Lebensmittel auf dem Tisch – von Linsensalat bis zum hoch verarbeiteten Ersatzprodukt.

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