Der älteste antifibrotische Vertreter bei IPF ist das Immunsuppressivum Pirfenidon. Sein Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt. Der Arzneistoff hemmt die Produktion von profibrotischen und proinflammatorischen Zytokinen, unter anderem von dem Transformierenden Wachstumsfaktor TGF-b. Dies reduziert die Fibroblastenproliferation und Kollagensynthese. Bis 2023 war Pirfendion lediglich für milde bis mittelschwere Formen der IPF zugelassen, im April 2023 wurde die Zulassung auf alle Schweregrade erweitert.
Tabakrauch induziert CYP1A2 und kann zum Interaktionspartner mit Pirfenidon werden. / © Getty Images/fhm
Pirfenidon sollte über 15 Tage bis zur Zieldosis von dreimal täglich 801 mg (entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 2403 mg) aufdosiert werden. Eine Dosisreduktion kann bei eingeschränkter Leberfunktion oder ausgeprägten Nebenwirkungen erforderlich sein. Pirfenidon sollte zu einer Mahlzeit eingenommen werden, um Übelkeit und Schwindel zu reduzieren.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Ausschlag, gastrointestinale Beschwerden, verminderter Appetit, Photosensibilitätsreaktionen, Fatigue und Kopfschmerzen. Unerwünschte Wirkungen können eine Dosisreduktion, eine Unterbrechung oder Beendigung der Therapie erforderlich machen. Patienten sollten den Aufenthalt im direkten Sonnenlicht vermeiden. Die Anwendung von Sonnenschutzmittel und vor Sonnenlicht schützender Kleidung wird empfohlen.
Wie auch unter Nintedanib können unter einer Therapie mit Pirfenidon die Leberfunktionswerte ansteigen und es können arzneimittelinduzierte Leberschäden auftreten. Daher muss die Leberfunktion vor und während der Therapie überprüft werden. Eine Anwendung bei schwerer Leberfunktionseinschränkung ist kontraindiziert. Aufgrund einer Akkumulation der Metabolite ist Pirfenidon bei einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min ebenfalls kontraindiziert.
Pirfenidon wird zu 70 bis 80 Prozent über CYP1A2 metabolisiert. Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP1A2-Inhibitoren wie Fluvoxamin ist kontraindiziert. Auch Grapefruitsaft inhibiert das Enzym und sollte vermieden werden. Moderate Inhibitoren von CYP1A2 wie Ciprofloxacin sollten nur in reduzierter Dosis und unter engmaschiger Überwachung angewendet werden. Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP1A2-Induktoren wird ebenfalls nicht empfohlen. Rauchen induziert CYP1A2 und kann die Exposition von Pirfenidon um 50 Prozent reduzieren.