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Idiopathische Lungenfibrose
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Was Antifibrotika leisten können

Die idiopathische Lungenfibrose ist eine seltene, chronisch fortschreitende und bislang unheilbare Lungenerkrankung. Verfügbare Therapien können die Krankheits­progression bremsen, lindern jedoch nicht bereits bestehende Symptome. Umso wichtiger sind gezielte neue Therapieansätze.
AutorKontaktDaniela Huttner
Datum 08.10.2026  09:00 Uhr

Nintedanib

Eine weitere Therapieoption ist Nintedanib. Der orale Multityrosinkinase-Inhibitor hemmt insbesondere die Signaltransduktion der drei Wachstumsfaktoren Vascular Endo­thelial Growth Factor (VEGF), Fibroblast Growth Factor (FGF) und Platelet-Derived Growth Factor (PDGF). Dies reduziert die Aktivierung und Migration von Fibroblasten und vermindert die Bildung von extrazellulärer Matrix, wodurch die Progression der Lungenfibrose verzögert werden kann.

Nintedanib ist zugelassen für die Behandlung von IPF und anderen chronisch progredient fibrosierenden interstitiellen Lungenerkrankungen bei Erwachsenen sowie zur Behandlung der interstitiellen Lungenerkrankung bei systemischer Sklerose ab einem ­Alter von sechs Jahren. Außerdem wird der Wirkstoff in der Zweit­linie in Kombination mit Docetaxel zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal fortgeschrit­tenem, metastasiertem oder lokal rezidiviertem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom angewendet.

Die übliche Dosierung bei IPF beträgt 150 mg alle zwölf Stunden. Eine Reduktion auf 100 mg alle zwölf Stunden kann erwogen werden, wenn ­Nebenwirkungen wie starke gastro­intestinale Beschwerden oder erhöhte Leberwerte auftreten. Selbiges gilt bei leicht eingeschränkter Leberfunktion. Die Einnahme sollte zu einer Mahlzeit erfolgen, um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen.

Nintedanib weist ein ausgeprägtes ­Nebenwirkungsprofil auf, das dosis­limitierend wirken und sowohl zu Therapieabbrüchen als auch zu einer verminderten Therapietreue führen kann. Am häufigsten treten gastro­intestinale Beschwerden und erhöhte Leberwerte auf.

Bei Diarrhö sollten Patienten Flüssigkeit und Elektrolyte substituieren und Antidiarrhoika wie Loperamid einnehmen. Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika eingesetzt werden.

Unter Nintedanib wurden arzneimittelbedinge Leberschäden berichtet. Daher müssen die Leberwerte vor und während der Therapie regelmäßig kontrolliert werden. Nintedanib sollte nicht bei moderater bis schwerer Leberfunktionseinschränkung eingesetzt werden.

Aufgrund des reproduktionstoxischen Potenzials müssen Frauen im ­gebärfähigen Alter während und bis drei Monate nach Ende der Behandlung zuverlässig verhüten.

Eine Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min wurde nicht untersucht. Da unter Therapie mit Nintedanib nephrotoxische Effekte und Proteinurie auf­getreten sind, sollten Patienten mit Nierenfunktionseinschränkung den Arzneistoff nur mit Vorsicht anwenden.

Nintedanib ist ein Substrat des ­P-Glykoproteins (PGP), weshalb bei der gleichzeitigen Einnahme von starken PGP-Inhibitoren oder -Induktoren eine engmaschige Kontrolle notwendig ist. Der Arzneistoff wird in geringem Umfang über CYP3A4 metabolisiert, was für Wechselwirkungen jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Zu beachten ist jedoch ein erhöhtes Blutungs­risiko, das vor allem bei gleichzeitiger Anwendung von Antikoagulanzien berücksichtigt werden muss.

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