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Idiopathische Lungenfibrose
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Was Antifibrotika leisten können

Die idiopathische Lungenfibrose ist eine seltene, chronisch fortschreitende und bislang unheilbare Lungenerkrankung. Verfügbare Therapien können die Krankheits­progression bremsen, lindern jedoch nicht bereits bestehende Symptome. Umso wichtiger sind gezielte neue Therapieansätze.
AutorKontaktDaniela Huttner
Datum 08.10.2026  09:00 Uhr

Antifibrotische Therapien

Vor Einleitung einer Therapie ist eine diagnostische Abklärung unter Ausschluss anderer ILD erforderlich. Weiterhin müssen die Krankheitsschwere und individuelle Prognose ermittelt werden, um einen maßgeschneiderten Therapieplan zu erstellen.

Aktuell gibt es keine kurativen Therapieoptionen, da die entstandene Vernarbung des Lungengewebes nicht reversibel ist. Aktuelle Therapien setzen auf eine verminderte Progression der Erkrankung, eine Verlängerung der Lebenszeit, eine Verminderung von Exazerbationen sowie auf eine Kontrolle der bestehenden Symptome. Aktuell sind in der EU die antifibrotischen Wirkstoffe Nerandomilast, Nintedanib und Pirfenidon zugelassen.

Nerandomilast

Der jüngste antifibrotische Vertreter ist der orale, selektive Phosphodiesterase-4B(PDE4B)-Inhibitor Nerandomilast. Er erhielt im Juli die EU-Zulassung.

Durch die Hemmung der PDE4 wird der Abbau von zyklischem Adenosinmonophosphat unterbunden, was zu antifibrotischen und immunmodulatorischen Effekten führt. Klinisch zeigt sich ein reduzierter Abfall der FVC.

Die Dosierung sollte an eine anti­fibrotische Komedikation und die individuelle Verträglichkeit angepasst werden. Die empfohlene Dosis beträgt 18 mg zweimal täglich. Wird sie aufgrund von Nebenwirkungen nicht vertragen, kann eine Reduktion auf 9 mg zweimal täglich erforderlich sein. Bei Kombination mit dem antifibrotischen Wirkstoff Pirfenidon wird keine Dosisreduktion empfohlen. Nerandomilast kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Untersuchungen zeigen eine relativ gute Verträglichkeit. Die häufigste ­Nebenwirkung ist Durchfall, der vor ­allem unter Kombination mit dem ­Tyrosinkinase-Inhibitor Nintedanib zu Therapieabbrüchen führen kann.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurden keine relevanten Unterschiede der Pharmakokinetik beobachtet. Die Anwendung bei terminaler Niereninsuffizienz oder schwerer Leberfunktionsstörung wurde jedoch bisher nicht in Studien untersucht.

Nerandomilast wird über CYP3A4 metabolisiert. Bei gleichzeitiger Einnahme von starken CYP3A4-Inhibitoren wird eine Dosisreduktion auf 9 mg zweimal täglich empfohlen. Bei schwachen bis mäßigen CYP3A4-Inhibitoren ist keine Dosisanpassung erforderlich. Eine gleichzeitige Anwendung von moderaten und starken CYP3A4-Induktoren wird aufgrund einer potenziell verminderten Wirksamkeit nicht empfohlen.

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