Der Apothekerberuf ist mit einer hohen gesellschaftlichen Verantwortung verbunden. Um dieser gerecht zu werden, werden auch an die Ausbildung hohe qualitative Anforderungen gestellt. Ausdruck findet dies unter anderem in der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO), die die Ausbildung verbindlich regelt. Diese gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils mit einer pharmazeutischen Prüfung abgeschlossen werden. Innerhalb dieser Abschnitte müssen die in der AAppO festgelegten Inhalte vermittelt werden.
Der hohe Standardisierungsgrad markiert einen wesentlichen Unterschied zu Bachelor- und Masterstudiengängen, in denen die Studierenden durch die Wahl ihrer Module individuell eigene Schwerpunkte setzen können. Auch in ihrer Abschlussarbeit befassen sie sich mit einem individuell festgelegten Thema. Statt einer deutschlandweit einheitlichen Regelung wie der AAppO gelten hier gemäß dem jeweiligen Landeshochschulgesetz die Prüfungsordnungen der Hochschulen.
Die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten stützt sich auf viele verschiedene Merkmale; dazu zählen Richtigkeit, Transparenz, Reproduzierbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit. Die Qualität von wissenschaftlichen Arbeiten hängt maßgeblich von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Mitentscheidend sind die Datenverarbeitung, -lagerung und -verwaltung sowie die Quellen der Daten. Um diese Einflussfaktoren zu berücksichtigen, liefert eine neue Monographie im Europäischen Arzneibuch (5.38. Quality of Data) eine Übersicht zu Datenqualitätskonzepten.
Jeder, der Pharmazie studiert hat, weiß, wie hoch die Anforderungen im Studium sind. Die Standardisierung der universitären Ausbildung legt das Fundament für die verantwortungsvolle Berufstätigkeit. / © Shutterstock/PeopleImages
Um die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten extern festzustellen, ist das Peer-Review von großer Bedeutung. Bei einem Peer-Review werden unabhängige Gutachter des jeweiligen Fachgebiets zur Evaluierung herangezogen. Angemerkte Fehler müssen entweder korrigiert oder widerlegt werden. Dieser fachliche Diskurs wird bereits vor der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Publikationen geführt. Diese Methode wird auch bei anderen wissenschaftlichen Texten wie Forschungsanträgen genutzt, um deren Qualität und damit Erfolgsaussichten zu sichern.
Unglücklicherweise zeigen mehrere Vorfälle zwischen 2012 und 2015, dass ein Peer-Review-Prozess keine Garantie für Qualität ist. In diesem Zeitraum wurden mehrere Betrugsfälle (Peer-Review-Scam) aufgedeckt. Dabei wurden Schwächen im automatisierten System der Verlage ausgenutzt, um die Annahme von Publikationen zu bewirken. Oft waren es die Autoren selbst, die über eine falsche Identität ihre eigenen Reviews geschrieben haben.
Diese Betrugsmaschen haben sich zu Organisationen entwickelt, sogenannten Paper Mills, die gefälschte Manuskripte verfassen und ihr Geld damit verdienen, Autorenplätze an Wissenschaftler zu verkaufen. Durch künstliche Intelligenz wird das Schreiben von gefälschten Publikationen leider noch einfacher.