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Thromboembolien
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Fokus auf Frauen und jüngere Personen

Bei Stichworten wie Thrombose oder Thromboembolie denkt man meist an ältere Patienten. Doch auch junge Menschen können erkranken. Thromboembolische Erkrankungen gehören zu den wichtigsten internistischen Notfällen.
AutorKontaktIlsabe Behrens
Datum 30.11.2025  08:00 Uhr

Klinisches Bild und Risikokonstellationen

Die klinische Ausprägung der ATE hängt vom betroffenen Gefäß ab. Zerebral manifestieren sich ischämischer Schlaganfall oder ischämische Attacke mit plötzlich auftretenden motorischen und sensorischen Defiziten, Sprach- und Sehstörungen sowie Gleichgewichtsstörungen. Im Koronarsystem äußern sie sich als akutes Koronarsyndrom oder Myokardinfarkt; typisch sind plötzlich einsetzende thorakale Schmerzen, die häufig ausstrahlen, sowie Atemnot, Kurzatmigkeit und vegetative Begleitsymptome wie Schweißausbruch und Übelkeit.

Die TVT zeigt sich durch eine einseitige Beinschwellung, Spannungsgefühl oder Schmerzen, die sich bei Belastung verstärken, Überwärmung und eine bläulich-livide Verfärbung der Haut. Die Symptome sind unspezifisch und können leicht übersehen werden.

Eine Lungenembolie äußert sich mit Atemnot, thorakalem Schmerz, Tachykardie und bei schweren Fällen mit Synkopen oder Kreislaufinstabilität.

Die Diagnostik erfolgt leitliniengerecht über klinische Scores, zum Beispiel den Wells-Score, D-Dimer-Testung und bildgebende Verfahren wie Duplexsonografie oder CT-Angiografie (1).

Allen akut embolischen Ereignissen ist der plötzliche Beginn gemeinsam. Ausnahme ist die VTE: Typisch ist der oft schleichende Beginn, weshalb Risikofaktoren besondere Beachtung verdienen.

Bei gesunden jungen Erwachsenen ohne Risikofaktoren ist das absolute Risiko für venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse sehr gering. Die jährliche Inzidenz einer venösen Thromboembolie liegt in der Allgemeinbevölkerung bei etwa 1 bis 2 Fällen pro 1000 Personen. Bei Erwachsenen unter 30 Jahren liegt sie noch darunter. Deshalb sind es bei jüngeren Menschen die exogenen Faktoren wie Estrogen-haltige hormonelle Kontrazeptiva, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel, die das Risiko für eine Thromboembolie erhöhen können (Tabelle 1). Im Folgenden werden einzelne Risikofaktoren im Detail betrachtet.

Risikofaktor Erläuterung
hormonelle Kontrazeptiva (Estrogen-haltige) 2- bis 6-fach erhöhtes Risiko
Schwangerschaft, Wochenbett 5- bis 20-fach erhöhtes Risiko
Rauchen synergistisch mit Kontrazeptiva
Adipositas BMI >30 erhöht das Risiko signifikant
Varikosis begünstigt rezidivierende Thrombosen
Immobilisation (Reisen) Flüge über 4 Stunden verdoppeln das Risiko
Bewegungsmangel (Handy- oder Computernutzung) Verdopplung des Risikos
Hitze/Klima Flüssigkeitsmangel erhöht Gerinnungsneigung
Tabelle 1: Übersicht wichtiger Risikofaktoren, auch für jüngere Menschen (6, 7)

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