Neben der medikamentösen Therapie spielen auch nicht medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle.
Die mechanische Kompression der unteren Extremitäten ist eine etablierte Strategie zur Vorbeugung venöser Thrombosen, insbesondere bei Immobilisation, postoperativen Patienten oder Langstreckenreisen. Hierbei kommen medizinische Kompressionsstrümpfe (Klasse I bis III) zum Einsatz, die einen kontinuierlichen Druck von distal nach proximal erzeugen. Der externe Druck reduziert den venösen Querschnitt, erhöht die Flussgeschwindigkeit und verringert die Stase in den tiefen Beinvenen. Strümpfe sollten korrekt angepasst werden, um Unter- oder Überkompression zu vermeiden. Bei längeren Reisen (mehr als vier bis sechs Stunden) wird ein prophylaktisches Tragen ebenfalls empfohlen.
Unbeliebt, aber hilfreich bei Venenproblemen / © Shutterstock/HenadziPechan
Regelmäßige Bewegung gilt als grundlegende Maßnahme zur Prävention von VTE, da sie die venöse Rückflussrate erhöht und die Stase in den tiefen Venen reduziert. Die Muskelpumpenaktivität in Waden und Oberschenkeln komprimiert die Venen und unterstützt die Blutzirkulation. Dies vermindert die Bildung von Mikrothromben und fördert die Auflösung kleiner Gerinnsel durch die endogene Fibrinolyse. Das Apothekenteam kann dem Kunden Broschüren mitgeben, die Gehübungen während Langstreckenflügen oder gezielte Wadenmuskelübungen bei sitzender Tätigkeit beschreiben.
Rauchen ist ein unabhängiger Risikofaktor sowohl für arterielle als auch venöse thromboembolische Ereignisse. Epidemiologische Studien zeigen, dass Raucher ein 1,5- bis 2-fach erhöhtes Risiko für venöse Thrombosen haben, das sich nach der Raucherentwöhnung deutlich reduziert (5). Während Kompression und Bewegung direkt die venöse Hämodynamik verbessern, beeinflusst der Rauchverzicht systemische prothrombotische Faktoren wie oxidativen Stress und Schädigung des Gefäßendothels. Es lohnt zu jedem Zeitpunkt, mit der Entwöhnung zu beginnen.
▶ Fazit: Nicht medikamentöse Maßnahmen wie Kompressionstherapie, gezielte Mobilisation und Raucherentwöhnung wirken synergetisch zur Reduktion des VTE-Risikos, insbesondere bei Risikopatienten. Leitlinien betonen die Kombination dieser Maßnahmen mit individueller Risikobewertung als evidenzbasierte Präventionsstrategie.